18.08.2017 06:07
::Atatürk::
Das Leben von Atatürk
Chronologie
Aussagen
Man Sagt Über Atatürk
Anýtkabir
Atatürk's Musikauffassung
Meb Atatürk
Üye Kayýt Ýstatistikleri
Kayýtlý: 15810

Bugün: 5
Dün: 23
Bu Hafta: 67
Bu ay: 241
Bu yýl: 2186
Yeni Kullanýcý : DanielDielm
Çevrimiçi Kullanýcýlar
Çevrimiçi Ziyaretçiler: 2

Çevrimiçi Üyeler: 0

Toplam Üye Sayýsý: 13,422
En Yeni Üye: alpgok1968
Ana Menü
Flash Dil Oyunlarý
Ana Sayfa
Downloads
Linkler
Resim Galerisi
Sýk Sorulan Sorular
Almanya Haritasý
::Planlar::
Ýlköðretim Yýllýk Planlar
Ýlköðretim Günlük Planlar
Lise Yýllýk Planlar
Lise Günlük Planlar
::Soru Bankasý::
Soru Bankasý Ýlköðretim
Soru Bankasý Lise
KPDS - KPSS
ÜDS
YDS
SBS
AÝO ve AÖL
::Dosyalar::
Arbeitsblätter
Dokümanlar
Zümreler
Öðretim Programlarý
Yönetmelikler
Ders Kitaplarý
E-Kitap
Sketche
Programlar
::DaF::
Online Übungen
Online Adjektive Lernen
::Sizde Katýlýn::
Sýk Kullanýlanlara Ekle
Sitemizi Tavsiye Ediniz
::Haber::
Son Dakika
Eðitim Haberleri
Emek Haberleri
Almanya Canlý Radyo
Die Deutsche Zeitungen

Sudoku Oyna
Almanca Dersler
Almance Video Kursu
canoo.net
canoo.net
Duden Online
Duden
Online Wörterbuch
Týklayýnýz
Sunular Ýçin Týklayýnýz
Týklayýnýz
Sunular Ýçin Týklayýnýz
Das Zitat des Tages
Das Zufallszitat
En Son Makaleler
DaF ist spitze!
Rotkäppchen und der ...
Roland und der Drache
Hänsel und Gretel
Herr Johns
RSS Yayýn
RSS - Weblinkleri
RSS - Makaleler
RSS - Haberler
RSS - Programlar
Security System 1.8.3 © 2006 by BS-Fusion Deutschland
DaF
Makale Hiyerarþisi
Makaleler ana sayfasý » Sketche » Sketche - Allgemeine Themen
Sketche - Allgemeine Themen
Besiegte Bürokratie
oder unerhörtes auf der Behörde
Personen: (8)
Wichtig, Sachbearbeiter in einem Stadtbauamt
Gerlinde, einfache Büroangestellte
Installateur
Leopold, sein Lehrbub
Bankdirektor
Martina
Miriam
Markus (drei Kinder oder Jugendliche)
Spielalter: Kinder ab 10,12 Jahren - auch gemeinsam mit Jugendlichen und Erwachsenen.
Dauer: ca. 20 Minuten
Material: Amtsraum mit zwei Schreibtischen. Auf Wichtigs Schreibtisch befinden sich ein Stapel Akten, ein Behälter mit Schreibutensilien, ein Karteikasten und ein Telefon. Seine Mappe mit der Zeitung steht auf dem Boden.
Auf Gerlindes Schreibtisch sind eine elektronische Schreibmaschine, einige Akten und eine Schachtel Plätzchen. Ein Aktenregal voller Ordner und ein Waschbecken (eventuell verdeckt) vervollständigen die Einrichtung.
Szene: Wichtig sind eine deutliche Gestik und eine treffende Aussprache. Herr Wichtig spricht gestelztes amtsdeutsch, Frl. Gerlinde und die Jugendlichen sprechen Umgangssprache, der Installateur und sein Lehrbub Dialekt, der Bankdirektor spricht Hochdeutsch.
Wichtig: (am Fenster) Es ist zum Aus-der-Haut-fahren. Ewig dieses Sauwetter. Jetzt gießt es schon wieder. Und eine Kälte hat es, daß man sich überhaupt nicht mehr im Freien aufhalten kann. Der eisige Wind geht einem durch und durch. (Holt eine Zeitung aus der Mappe) Schauen sie her, Gerlinde. da haben sie es schwarz auf weiß. (Klopft auf die Zeitung) Der kälteste Mai seit hundert Jahren, seit über einhundert Jahren! (steckt die Zeitung wieder wieder ein, aber so, daß sie noch sichtbar ist) Ich kann mich kaum noch daran erinnern, wie die Sonne aussieht.
Gerlinde: Gehen'S zu, Herr Wichtig, die Kälte kann ihnen doch egal sein. Sie sind doch eh kaum draußen. Mit dem Auto fahren sie von ihrer Garage in die Tiefgarage. Wissen's was, ich mach' ihnen einen heißen Tee. Das heizt ein.
Wichtig: (stolz) Da täuschen sie sich, Gerlinde, da täuschen sie sich ganz gewaltig. Ich und kaum draußen. Das war einmal. Ich fröne einer neuen Leidenschaft. Ich habe mir ein Rennrad angeschafft, Aluminiumausführung, Shimano-Schaltung, 18 Gänge, Trommelbremsen, superleicht und superschnell, japanisches Spitzenmodell.
Gerlinde: Was, wirklich? Sie auf dem Rennradl? Das kann ich mir gar nicht vorstelln. Und da sind sie heut direkt in die Arbeit gefahrn damit? Das sieht man ihnen gar nicht an.
Wichtig: Nicht in die Arbeit, Gerlinde, nicht in die Arbeit. Ich trainiere am späten Nachmittag oder am Wochenende. In Rennkleidung kann man doch nicht zur Arbeit erscheinen, und die gehört unbedingt dazu.
Gerlinde: Aha. Soll ich ihnen jetzt einen Tee machen, einen Pfefferminztee vielleicht. Ich hätt auch ein paar Kekslen.
Wichtig: Haben sie eine Ahnung, Gerlinde, haben sie eine Ahnung! Ich leiste hartes Training, die Gesundheit geht vor, Fitness ist wichtig, die Nähe zur Natur, und das Bäuchlein muß weg, das Bäuchlein muß weg. Warten sie mit dem Tee. Wenn sie nach nebenan gehen, heißt es, die machen um 9 Uhr Brotzeit. Lästermäulern soll man nicht unbedingt Redestoff geben. Und nehmen sie ihre Kekse vom Schreibtisch. Das macht einen schlechten Eindruck. Hier muß Ordnung herrschen, peinliche Ordnung. (Breitet den Aktenstapel auf seinem Schreibtisch aus, unhöflich zu Gerlinde) Da, den Schnellhefter können sie in das Regal geben. Aber passen sie auf, daß sie ihn im richtigen Ordner ablegen. (Gerlinde folgt der Aufforderung, streckt aber Wichtig hinter dessen Rücken die Zunge heraus. Telefon!) Wer ist denn das in aller Herrgottsfrühe? (Wichtig nimmt den Hörer ab) Ja, Wichtig, Stadtbauamt, guten Tag. (Lauscht) Nein! (Lauscht) Nein! Auf gar keinen Fall! (Bestimmt, von oben herab, Gerlinde kann ihn dabei nachäffen) Das können sie sich gleich aus dem Kopf schlagen. Der Antrag auf ein Walmdach wird ihnen nie und nimmer genehmigt. Wir achten auf landschaftsgebundenes Bauen. (Lauscht) Sie verweisen auf Ausnahmen. Ausnahmen bestätigen die Regel. Wir richten uns streng nach Vorschriften, nicht nach persönlichem Geschmack. Auf Wiederhören! (Pause. Sichtlich ärgerlich) Staub auf dem Schreibtisch! (poliert die Platte mit dem Taschentuch) Alles muß man selber machen. Kein Verlass auf diese (verächtlich) Putzweiber! (Faltet das Taschentuch zusammen und steckt es ein) Ich möchte bloß wissen, wann unsere Wasserleitung repariert wird. Bis das soweit ist, bin ich schon längst in Pension, ha, ha, ha!
Gerlinde: (lacht höflicherweise mit) Geheißen hat's daß die heut' kommen. Wir können uns ja überraschen lassen. (räumt die Kekse weg)
Wichtig: (am Schreibtisch beim Sichten seines Aktenstapels) Autogaragen. Lauter Autogaragen. Und Güllegruben. Lauter Anträge für Autogaragen und Güllegruben. Kein Einfamilienhaus, kein Supermarkt, lauter Kleinkram. Nichtsdestotrotz. Ordnung ist das g a n z e Leben. (Es klopft; unfreundlich) Jaa, herein, (blickt auf) Ja, was wollt denn ihr da? Hier seid ihr an der falschen Adresse. Kinder haben hier nichts verloren, absolut nichts. Wir sind schließlich kein Kindergarten, ha, ha, ha!
Markus: Man hat uns eigens zu ihnen hergeschickt.
Martina: Bei diesen ehrwürdigen Mauern handelt es sich doch um das Stadtbauamt.
Wichtig: Was, wer, wieso? (Blickt die drei genauer an) Übrigens seid ihr zu dritt, und hier haben nur maximal zwei Personen Zutritt, das ist Vorschrift, das hättet ihr draußen an der Tür lesen können, schwarz auf weiß, wenn ihr aufgepasst hättet. Also, entweder geht einer von euch, oder besser ihr geht alle drei.
Miriam: Wir gehören doch zusammen. Wir haben genug Platz da und stören sie nicht.
Wichtig: Ihr stört mich nicht? Was bist denn du für eine vorlaute Person? Das ist doch allerhand. Kein Respekt vorhanden. Du bist garantiert eine Ausländerin oder sogar eine Zigeunerin. Das kennt man schon. Die haben den Mund besonders weit offen.
Martina: Danke für die höfliche Nachfrage. Miriam ist Deutsche wie wir, auch wenn sie nicht blond und blauäugig ist. Demnächst verlangen sie vielleicht einen Arierausweis!
Wichtig: Jetzt habe ich aber genug. Solche Rotzlöffel. Haut ab, ihr drei, aber dalli. So eine Frechheit!
Markus: (seelenruhig) Zuerst hätten wir gern die Auskunft gehabt. Auf dem verwilderten Grundstück an der Lessingstraße, wo wir unser Lager haben, steht jetzt ein Bagger und eine Planierraupe.
Wichtig: Ihr werdet es nicht glauben, aber das interessiert mich nicht im geringsten. Ich kenne kein verwildertes Grundstück. Macht, daß ihr weiterkommt. Glaubt ihr, ich habe meine Zeit gestohlen?
Martina: Aber sie können uns doch sagen, ob und wann das Grundstück bebaut werden soll. Das ist alles, was wir wissen wollen. Ist das so kompliziert?
Markus: Wir haben extra einen Stadtplan dabei. (Breitet ihn einfach auf Wichtigs Schreibtisch aus) Da ist die Lessingstraße, und da das Gelände...
Gerlinde: Passen's auf, die Akten! Jetzt ist es schon gschehn. (Stapel fällt auf den Boden)
Wichtig: Nimm sofort den Plan da weg. Um Gottes Willen, die Akten! (Wichtigtuerisch) Das sind Dokumente, Dokumente sind das, versteht ihr, ihr seid auf einer Behörde ... (lautes Klopfen, Tür wird geöffnet, ärgerlich) Das geht ja zu wie in einem Taubenschlag, Warten sie gefälligst draußen. Keine Disziplin. Sie sehen doch ...
Installateur: Warten soll ich? Bin ich vielleicht euer Hanswurscht. Ich bin doch net beim Doktor. Ich kann auch wieder gehn! Zuerst habt ihr es so notwendig und nachher darf man net mal herein da. Eine saubere Wirtschaft, da herin, sag ich. Aber die Zeit zahlt ihr. Komm Leopold, gemma!
Gerlinde: Um Himmels Willen, Herr Wichtig, das war doch der Installateur!
Wichtig: (Fassungslos) Was? Wer? Der Installateur war das? Das war der Installateur. Kommen sie, Gerlinde, laufen sie und holen sie ihn zurück. Sonst bekomme ich noch Ärger. (Gerlinde ab)
Miriam: Könnten sie jetzt bitte so gut sein und uns sagen, wie das mit dem Grundstück ist?
Wichtig: Diesbezügliche Auskünfte werden nicht an Außenstehende erteilt. Da könnte ja ein jeder kommen. Ich habe die strengsten Vorschriften. Schon wegen des Datenschutzes ist das auf keinen Fall möglich. (Gerlinde erscheint wieder, Handwerker an der Tür)
Gerlinde: Wartet mal. In der Lessingstraße, habt ihr gesagt. Da kann ich euch vielleicht auch helfen. Ihr meint bestimmt das Grundstück, wo ...
Wichtig: Sie halten sich da heraus, haben sie verstanden! Machen sie sich endlich an ihre Arbeit!
Installateur: Dürfen wir jetzt da herein? Also, wo fehlt's denn, die Herr- und Damenschaften?
Wichtig: (blickt Gerlinde herausfordernd an) Na los! Diese Auskunft dürfen sie gerne erteilen.
Gerlinde: Die Wasserleitung geht nicht gescheit. Das Warmwasser tröpfelt bloß noch, auch wenn man ganz aufdreht.
Installateur: Jetzt komm schon herein, Leopold, da herin beißt dich keiner, und bring's Werkzeug mit. Wo hamman denn nachher unseren Patienten?
Gerlinde: Bittschön, wenn'S da hinter kommen täten.
Wichtig: Wenn sie sich nach hinten bequemen würden.
Lehrling: Bin so frei! (stößt mit dem Werkzeugkasten an den Schreibtisch von Wichtig) Hoppala!
Wichtig: Pass gefälligst besser auf! Du bist hier in einer Behörde und nicht auf dem Bauplatz.
Installateur: Aha, da hammas ja. Naa, da kommt wirklich beinah fast gar nix mehr. Des tröpfelt bloß noch. Apropos Bauplatz, Leopold, jetzt ist es gleich neune, geh, lauf hinüber zum Metzger und hol 200g Aufschnitt und drei Semmeln und zwei halbe Bier. Da hast einen Zehner
Lehrling: (ab)
Wichtig: Ja, sind sie jetzt zum Arbeiten gekommen oder zum Brotzeit machen? Wir haben hier Parteienverkehr und kein Brotzeitstüberl.
Markus: (leicht nachäffend) Und der Parteienverkehr benötigt dringend eine Auskunft bezüglich eines unbebauten Grundstücks in der Lessingstraße. Die Sekretärin vom Bürgermeister hat uns extra zu ihnen geschickt. Das müssen sie uns doch sagen können. Trotz ihres Datenschutzes.
Miriam: Was bei ihnen fehlt, ist bloß der gute Wille
Wichtig: Akteneinsicht erhalten nur befugte Personen. Bei euch handelt es sich bloß um Kinder. Jetzt nehmt euren Plan und verschwindet.
Installateur: (plagt sich mit einer Rohrzange ab. Sehr laut) Ja, Herrschaftszeiten! Geh leck me doch! Des Drecksglump, des elendige! Des is doch alles verkalkt und verrost, da herin. Wanns net willst, nachher laßt es bleiben!
Wichtig: Wie bitte? Wer ist verkalkt? Meinen sie mich? Diesen Ton verbitte ich mir auf das Entschiedenste ... (die drei Jugendlichen lachen laut)
Installateur: Was hast gsagt? Redst du mit mir?
Wichtig: (Überhört das Klopfen an der Tür) Selbstverständlich! Sie sollen endlich ihre Arbeit erledigen und nicht ... (Richtung Tür) Ja, was wollen sie noch hier? Sie sehen doch, dass hier kein Platz ist. Warten sie gefälligst! (Zu den Jugendlichen) Und ihr haut ab, sonst mache ich euch Beine! (Auf das Gehämmer des Installateurs) Ruhe, da hinten!!
Gerlinde: (Hustet vergebens) Herr Wichtig, das ist doch der Herr ...
Wichtig: Das ist mir vollkommen egal, wer das ist, vollkommen egal ist mir das! Das geht hier zu wie in einem Affenhaus! Das kann ich nicht dulden. Hier im Amt herrschen Vorschriften! Da könnte doch ein jeder kommen und sich vordrängen. Ordnung muß sein!
Bankdirektor: Ich muß doch sehr bitten! Welcher Ton herrscht denn hier in dieser Behörde! (Die drei Jugendlichen lachen wieder laut)
Wichtig: Herr Direktor, ich bitte vielmals um Entschuldigung, Herr Direktor, ich hatte ja keine Ahnung, ein kleines Versehen, Herr Direktor, die Umstände, das Durcheinander ... womit kann ich ihnen dienen, Herr Direktor?
Bankdirektor: Nun, ich will mich nicht unbedingt vordrängen. Sie pochten doch eben selbst so energisch auf die Ordnung. Alle schön der Reihe nach.
Wichtig: Stehe ganz zu ihrer Verfügung, Herr Direktor. (Versucht, die Jugendlichen hinauszudrängen) Ihr seid hier überflüssig, macht, dass ihr weiterkommt!
Bankdirektor: Ja, das ist ja die Miriam. so ein Zufall! Was treibt euch denn da herein (freundliches Händeschütteln)
Miriam: Grüß dich, Onkel. Wir wollten uns hier erkundigen wegen dem Gelände, wo wir unsere Hütte haben, aber ...
Wichtig: Verzeihung, Herr Direktor, die Angelegenheit läßt sich hier beim besten Willen nicht klären, und überhaupt ...
Markus: Gehen wir, der hat auf stur geschaltet.
Wichtig: (Auf das plötzliche Gehämmer von hinten) Was soll denn dieser Krach? Wenn sie nicht ruhig arbeiten können, dann ...
Installateur: Was hast gsagt? Meine Arbeit passt dir net? Von mir aus! Aber die Stund kriegt's berechnet, mir allem drum und dran! Das wär ja noch schöner! (Die drei Jugendlichen lachen lauthals an der Tür)
Wichtig: Um Himmels Willen! So war das doch nicht gemeint. Sie sollten doch nur rasch ihre Arbeit beenden und möglichst wenig stören.
Installateur: Ich lass mir doch net von einem wie ihnen vorschreiben, wie ich meine Arbeit mach, von so einem wie ihnen net. (Leiser, mehr zu sich) Zuerst manndelt es sich auf, das Manndel und nachher ...
Wichtig: Das ist ein Missverständnis. Ich will ihnen ja gar keine Vorschriften machen.
Installateur: (zum zurückkommenden Lehrbuben) Aha, da bist ja, geh her, dann machma zerst amal Brotzeit. (Die beiden hocken sich auf den Boden, benutzen die Werkzeugkiste als Tisch, schneiden ihre Semmeln auf und belegen sie, öffnen ihr Bier, der Installateur stößt mit dem Lehrbuben demonstrativ an) Prost! (in die schweigende Runde) Prost beinand!
Wichtig: Verzeihung, Herr Direktor, sie kommen bestimmt wegen des Projekts in der Lessingstraße, Herr Direktor, der Bauplan wurde selbstverständlich positiv beschieden, wie sie wissen, keinerlei Auflagen, Sichtbeton und Flachdach unterstreichen den urbanen Charakter, es sind nur noch ein paar Formalitäten sozusagen zu erledigen, Herr Direktor, wir werden uns selbstverständlich bemühen, Herr Direktor, ihnen umgehend Bescheid ..., ich suche gleich mal die Unterlagen raus. (Was er während des folgenden Gesprächs auch unentwegt tut) (Der Installateur hat die Gesten Wichtigs hinter dessen Rücken übertrieben nachgeahmt. Jetzt langt er ans Hirn.)
Miriam: Sag mal, Onkel, baut deine Bank da auf dem verwilderten Grundstück an der Lessingstraße?
Bankdirektor: Meine Bank ist das zwar gerade nicht, aber in der Lessingstraße soll eine neue Zweigstelle errichtet werden. Warum?
Wichtig: Das sind doch völlig belanglose Lappalien, Herr Direktor, völlig belanglose ...
Markus: (platzt heraus) Weil wir da unsere Gelände haben und unsere Hütte, wo wir fast jeden Tag beieinander sind, und jetzt steht ein Bagger da und eine Planierraupe, deshalb sind wir ja da, aber der wollte uns ja nix sagen ...
Installateur: (schreit dazwischen) Wo kemman eistecka? Wo wir einstecken können? Einen Strom brauchen wir. Geh Leopold, such dir selber eine Steckdosen!
Wichtig: Verzeihung, Herr Direktor, aber die Vorschriften, die Vorschriften, Herr Direktor
Markus: Der ist wie ein Frosch. Der bringt auch immer nur das gleiche heraus
Bankdirektor: Ja, ja nun ... da wird sich doch ein Ausweg finden lassen. Wir wollen euch auch nicht das Dach über dem Kopf abreißen. Und auf den Kinderspielplatz könnt ihr ja schließlich nicht mehr.
Lehrling: (hat sich auf die Suche nach einer Steckdose gemacht. Dabei zieht er das Kabel aus der Kabeltrommel hinter sich her, legt es über den Schreibtisch von Herrn Wichtig und über dessen Stuhl. Wichtig kämpft mit dem Kabel, fesselt sich aber selber damit, Leopold will ihm helfen, schnürt ihn aber nur stärker ein) Hoppala! So da la! (Er steckt das Kabel einfach in die Schreibmaschinensteckdose ein)
Martina: (inzwischen) Nirgends können wir hin. Überall kriegen wir bloß Scherereien, überall werden wir angemotzt, ganz egal, ob wir auf dem Kinderspielplatz, auf dem Stadtplatz, im Cafe oder sonstwo sind.
Markus: Einen blöd anreden, das können sie. Wenn's nach den Erwachsenen ginge, dann müßten wir den ganzen Tag vor der Glotze hocken, da stören wir keinen.
Miriam: Den Durchblick kriegen die ersten dann, wenn sie selber im Altersheim hocken und abgemeldet sind
Martina: Jugendzentrum gibts keins. Nur auf dem Gelände hatten wir unsere Ruhe, und jetzt ist alles Essig.
Markus: Lappalien sind das für den, lauter Lappalien, der hat die ganze Zeit genau Bescheid gewußt, aber es ist wahrscheinlich unter seiner Würde, uns eine Auskunft zu geben.
Bankdirektor: Alles mit der Ruhe, mein Lieben, nur nicht vorschnell die Flinte ins Korn werfen.
Martina: Sie haben leicht reden. Sie können auch nicht zaubern.
Bankdirektor: Das nicht. Aber wo ein Wille ist, da ist auch ein Weg. Ich habe da schon einen Einfall. Auf dem stillgelegten Geleise beim alten Ziegeleigebäude. Und ein ausrangierter Eisenbahnwaggon müsste auch noch aufzutreiben sein ... Wißt ihr was, ihr kommt am besten heute Abend zu mir, da können wir alles in Ruhe besprechen. Auf wiedersehen. (Ab)
Markus: Mir bleibt die Spucke weg.
Wichtig: (erschöpft, bisher hat er nichts gefunden) Wir werde uns selbstverständlich bemühen, Herr Direktor, ihnen umgehend Bescheid ...
Miriam: (dem Direktor mit den beiden anderen nach) Du bist ganz große Klasse, Onkel.
Installateur: (hat die Zeitung in Wichtigs Mappe bemerkt) Ich darf doch da einmal eineschaun. Sie ham doch bestimmt nix dagegen! (Zieht einfach die Zeitung heraus)
Wichtig: (protestiert, eher weinerlich) das geht doch nicht. Das ist doch meine Zeitung. Die brauche ich selber.
Installateur: Das kann schon sein. Aber jetzt net. Sie müssen doch bestimmt arbeiten. Ich les ihnen schon nix außa. (Wichtig will sich vom Kabel befreien, er dreht sich um und wickelt verzweifelt. Dabei fällt er über seinen eigenen Stuhl oder seine Füße. Der Installateur und sein Lehrbub lachen lauthals über den am Boden Liegenden. Wichtig rappelt sich hoch und läßt sich anschließend völlig entnervt in seinen Stuhl fallen. Gerlinde will zu tippen beginnen, was aber wegen des fehlenden Stroms nicht geht. Der Installateur und sein Lehrbub lassen sich in ihrer Brotzeit und Lektüre nicht stören.)
Wichtig: (Zu Gerlinde) Wenn sie jetzt doch vielleicht einen heißen K a m i l l e n tee ... (Da Gerlinde deutlich darauf wartet) bitte!
Rascher Vorhang, Licht aus
Ende

Der Stammtisch
Personen: (2)
1. Gast - Otto
2. Gast - Karl
Spieldauer: ca. 7 Minuten
Material: Dekoration: Das Innere einer Bar mit Stehtischen eventuell einen Kellner
Szene: Im Gasthaus steht Karl an einem Stehtisch und liest eine Zeitung. Neben ihm steht ein Bier auf dem Tisch. Otto kommt in die Bar.
Otto: Guten Tag zusammen, na wie geht's dir denn?
Karl: Mir ging's gut, bevor du kamst!
Otto: Deine Anspielungen kannst du für dich behalten.
Karl: Wie du meinst! Wie geht es dir denn?
Otto: Ich habe eine ganz schlechte Laune!
Karl: Warum denn das?
Otto: Ach, mein Etagentiger macht Hausputz und stellt alles auf den Kopf!
Karl: Wer ist denn dein Etagentiger?
Otto: Na, meine Frau... oh was bist du schwer von Begriff! Herr Wirt, ein Bier! Na, was gibts denn Neues in der Zeitung?
Karl: Ach, das ist eine alte Zeitung, die lag noch hier! Otto, kannst du mir denn einen Satz sagen, wo Begin und Sadat vorkommen? Hab' gerade etwas davon da gelesen.
Otto: Einen Satz mit Begin und Sadat? Na sicher kann ich das, paß auf! Zu Begin Sadat ganz anders aus!
Karl: In der Zeitung steht auch, dass die Bauern mehr Kühe anschaffen wollen, um mehr Milch zu produzieren.
Otto: Lohnt sich das denn noch?
Karl: Warum denn nicht?
Otto: Na, ich meine nur, wo's doch jetzt schon überall Milch in Flaschen gibt!
Karl: Du hast aber auch von nichts eine Ahnung! Ich habe gehört, du warst in Afrika auf Urlaub?
Otto: Ja, das war vielleicht ein Urlaub, kann ich dir sagen!
Karl: Nun ja, es wird ganz schön heiß gewesen sein!
Otto: Heiß ist gar keine Bezeichnung, das war schon kochend. Aber das ist ja noch zu ertragen. Wir haben uns im Urwald beim Pilzesuchen verlaufen, das war vielleicht ein Theater!
Karl: Wieso denn ein Theater?
Otto: Nach drei Stunden begegneten wir endlich einem Eingeborenen. Du schwarzer Mann, hab ich verzeweifelt gefragt, du haben gesehen große, silberne Vogel mit große Flügel?
Karl: Na und?
Otto: Da sagt der doch: Nein, einen großen silbernen Vogel nicht, aber wenn Sie dort entlang noch zwei Kilometer gehen, kommen Sie zum Flugplatz. Da steht eine neue Boeing 727 auf der Piste!
Karl: Wer war alles mit?
Otto: Meine Zwillinge, die Schwiegermutter und meine Frau. Mit der Schwiegermutter hab ich mich verstritten. Ich habe ihr gesagt, daß ihre Strumpfhose falten wirft.
Karl: Aber deshalb gibts doch keinen Streit
Otto: Doch, sie hatte doch gar keine Strumpfhose an!
Karl: Ich habe gesehen, dass deine Zwillinge sich unwarscheinlich gleichen. Wie hälst du die beiden Jungen denn auseinander?
Otto: Das ist ganz einfach, dem einen haben wir die Mandeln herausnehmen lassen! Übrigens: Da, wo wir waren, gab es auch Cowboys.
Karl: Cowboys?
Otto: Kennst du keine Cowboys? Das sind Männer, die das Gulasch hüten, ehe es in die Dose kommt!
Karl: Kannst du im Ausland auch Fremdsprachen?
Otto: Na sicher, und ob ich das kann!
Karl: Was heißt denn zum Beispiel Ladenschluss auf Chinesisch?
Otto: Was-schon-zu!
Karl: Wie heißt ein Dieb?
Otto: Lang-fing
Karl: Ein Polizist?
Otto: Lang-fing-fang!
Karl: Und ein Polizeihund?
Otto: Lang-fing-fang-wau! Die Hunde sind da so wachsam, die bellen schon, wenn du nur von einem Einbrecher träumst.
Karl: Stimmt das auch alles?
Otto: Alles! Da gibts Rätsel, die keiner löst.
Karl: Ich setze 100 €, dass ich jedes Rätsel löse!
Otto: Ich setze 10 € dafür, dass du es nicht herausbekommst.
Karl: Gut, gemacht - fang an!
Otto: Mit was?
Karl: Na mit dem Rätsel!
Otto: Ach so, ja, also: Es ist 5 Kilo schwer, hat gelbe Beine, trägt 50 Kilo Kartoffeln auf dem Rücken, hat Federn und läuft übers Wasser.
Karl: Also, hat Federn, ist 50 Kilo schwer, trägt 50 Kilo Kartoffeln, hat gelbe Beine un läuft übers Wasser?
Otto: Ja, 50 Kilo Kartoffeln auf dem Rücken.
Karl: Komm, hier hast du die 100 €, ich weiß es nicht!
Otto: Hier hast du die 10 € - ich weiß es auch nicht! (Otto geht schnell mit seinen 100 € in der Hand aus dem Gasthaus)
Ende


Die Reportage
Personen: (3)
Fußballreporter
Obsthändler
Mütterberatung
Spieldauer:ca. 4 Minuten
Szene: Drei Rundfunksender berichten zu gleicher Zeit von einem Fußballspiel, einem Wochenmarkt, von einer Müttertagung. Der Wellensalat, der so entsteht, hört sich folgendermaßen an:
Fußballreporter: Guten Tag meine Damen und Herren, ich begrüße sie herzlich aus dem Volkspark-Stadion in Hamburg zu dem Spiel HSV - FC Bayern München. Zu dem Match...
Mütterberatung: sind viele Mütter mit ihren Kindern erschienen. Sie alle brauchen...
Obsthändler: frische Tomaten, 1000 Lire das Kilo, Pfirsiche, frisch improtiert, halbfaule Äpfel...
Mütterberatung: darunter mischt man Haferflocken. Davon wird ihr Baby ein...
Fußballreporter: toller Bursche, dieser Thon. Ja der Thon ist eben...
Obsthändler: ein fauler Apfel, nein 10 faule Äpfel, greifen sie zu, meine Damen...
Fußballreporter: Von Heesen liegt am Boden, aber er scheint nicht...
Mütterberatung: gesund zu sein. Frau Schmidt, ihr Kind braucht...
Obsthändler: Apfelsinen, Apfelsinen. Sie eignen sich besonders...
Mütterberatung: für die Gesichtspflege des Kindes. Dann bleibt seine Haut...
Fußballreporter: Foul. Augentaler hat von Hessen unfair vom Ball getrennt. Das Publikum pfeift und wirft mit...
Obsthändler: faule Tomaten, faule Tomaten, sie sind bestimmt...
Mütterberatung: zum Brei fürs Kind. Dazu gibt man Salz, etwas Zucker, Zitronensaft und...
Fußballreporter: Wohlfart zieht eine saure Miene, da ihn Kaltz vom Ball getrennt hat wie eine...
Obsthändler: zerquetschte Pflaume. Zerquetschte Pflaumen ergeben die beste Marmelade, die als...
Mütterberatung: Seife für ihr Kind verwendet werden kann. Babyhaut bleibt zart und rein...
Fußballreporter: denn der Platz gleicht einem Schlammbad, in dem Aumann zu Fall kommt.
Obsthändler: denn Fallobst ist im Moment sehr gefragt...
Mütterberatung: und findet Verwendung in der Alete-Babykost. Nur mit dieser Nahrung bleibt ihr Baby gesund.
Vom Tonband abgespielt,
oder von einer vierten Person,
die vorgetreten ist: Durch Fehlschaltungen unserer Techniker wurden die vorhergehenden Sendungen nicht korrekt ausgestrahlt. Wir bitten, die Panne zu entschuldigen.

Das lebende Denkmal
Personen: (12)
1. Denkmal
2. Denkmal
Peter
Paul
Maler
Junge (er)
Mädchen (sie)
Wanderer (Herr)
2 Mädchen
2 Reinigungsfrauen
Spieldauer:ca. 10 Minuten
Szene: Die Spieler stehen als Denkmal erstarrt und verziehen keine Miene. Beim Wegtragen halten sie sich ganz steif. Auf der bühne ist zunächst nur ein Denkmal, dargestellt von zwei Kindern: eines kniet, das andere steht mit erhobenen Armen - oder so ähnlich. Ein Tisch ist der Sockel des Denkmals. Zwei Jungen kommen pfeifend herein. Sie gehen auf das Denkmal zu, betrachten es staunend.
Peter: Schau dir nur mal das Denkmal an! (Er versucht die Gestalt der einen Figur zu imitieren)
Paul: (bewundernd) Du kannst das ja irre gut, sieht dem Original echt täuschend ähnlich!
Peter: (freudig) Paul! Das ist ja die Idee! Pass mal auf! (Er flüster Paul etwas ins Ohr, worauf dieser begeistert hin- und herhüpft. Sie klettern auf den Tisch, heben die Darsteller des 1. Denkmals nacheinander herunter und tragen sie hinter die Bühne)
Paul: Achtung! Du ich glaube, es kommt jemand vorbei.
Peter: Schnell! Beeil dich! (Sie klettern auf den Tisch, stellen das erste Denkmal nach und erstarren)
Maler: (kommt heran, läuft freudig auf das Denkmal zu, umkreist es, betrachtet es interessiert) Endlich, da ist es, das Denkmal. Jetzt will ich keine Zeit verlieren und es sofort malen. (Er setzt sich, holt einen Zeichenblock und einen Bleistift hervor, schaut nocheinmal genau hin und beginnt seine Arbeit. In diesem Augenblick bewegen sich die beiden Jungen und erstarren in einer neuen Haltung)
Maler: Nanu! Was ist denn das? Gerade sah es doch noch anders aus? Bin ich schon zu alt und sehe nicht mehr gut? (er sucht seine Brille, findet sie, setzt sie auf, schaut das Denkmal noch einmal genau an und beginnt erneut zu zeichnen. Als er hochblickt, hat das Denkmal eine neue Figur gemacht und schmeidet auch noch Grimassen)
Maler: Das ist doch... das darf doch nicht wahr sein! Ich glaube, ich sollte, äh, ich gehe besser. Nein, hier ist es mir doch zu unheimlich. (läuft schreiend davon)
Peter: Siehst du, wie das klappt! (lacht)
Paul: Ruhe! (er hält ihm den Mund zu) Da kommen welche! Sie erstarren zu einer neuen Figur. Es erscheint ein Pärchen, das spazieren geht)
Er: (schaut nach oben) Ach! Ist das ein herrlicher Tag heute! So schön war's schon lange nicht mehr draußen. (kurze Pause)
Sie: Sieh mal Liebling! Ich war beim Friseur.
Er: Und warum hat er dich nicht drangenommen?
Sie: (beleidigt) Ach du! (Boxt ihn leicht in die Seite. In diesem Augenblick zieht ihn das Denkmal an den Haaren)
Er: (laut) Deshalb brauchst du mich doch nicht gleich an den Haaren zu ziehen! (geht einen Schritt zur Seite)
Sie: (fassungslos) Hab ich ja gar nicht. (Nun zieht das Denkmal sie an der Jacke)
Sie: (geht einen Schritt zurück und gibt ihrem Partner einen Klaps) So! Und jetzt lass bitte den Unsinn! Sonst werde ich wirklich böse!
Er: Du Ziege! Das ist doch... jetzt reicht's mir aber. (böse) Schlagen lasse ich mich nicht von dir!
(Beide stehen verärgert voreinander, stampfen mit den Füßen auf und rauschen in verschiedenen Richtungen ab. Als sie gegangen sind, begeben sich die beiden Jungen wieder in natürliche Positionen. Sie lockern sich, einer streicht sein haar glatt, der andere macht Freiübungen o.ä.)
Peter: Mann! Das war ja richtig anstrengend! Die beiden sind sich echt böse!?
Paul: (macht eine abfällige Handbewegung) Ach, die vertragen sich schon wieder. Los! Aufstellen! (leiser werdend) Es kommt jemand. (Pause)
Herr: (mit Hut und Kamera erscheint. Er singt "Das Wandern ist des Müllers Lust", pfeift o.ä. Sobald er das Denkmal erreicht, klopft er mit seinem Spazierstock dagegen) Das scheint aus gutem Material zu sein. Fühlt sich weich und griffig an. So etwas wird einem nicht jeden Tag geboten. (er nimmt seine Kamera zur Hand und will fotografieren. In diesem Augenblick hält das Denkmal ihm die Linse des Fotoapparates zu)
Herr: (hält erstaunt inne, schüttelt den Kopf) Ähm. Unterbelichtet? (Dreht an der Kamera herum, prüft, schüttelt abermals den Kopf)
Herr: (will erneut fotografieren, doch als er die Veränderung des Denkmals wahrnimmt, fänngt er an mächtig zu zittern) Hilfe! Zu Hilfe! Hier - hier - hier geht es nicht mit rechten Dingen zu - nichts wie weg.(Er rennt von der Bühne. Als er weg ist fangen die beiden Jungen schallend an zu lachen)
Peter: Das macht ja riesigen Spass!
Paul: So - wie heute - habe ich schon lange nicht mehr gelacht. Hoffentlich kommt gleich wieder jemand vorbei, den wir ärgern können.
Peter: Du ich höre etwas. Achtung! Aufstellen! Schnell! (sie setzen sich wieder in Position und erstarren zu einer neuen Figur. Pause. Es erscheinen zwei Mädchen mit einer Decke, einem Ball und einem Korb.)
1. Mädchen: Schau mal, hier könnten wir bleiben und unser Picknick machen!
2. Mädchen: O ja, ein prima Platz. Das Denkmal hier schützt uns vor der prallen Sonne. (Die Mädchen breiten die Decke aus. Dabei drehen sie dem Denkmal den Rücken zu. Da sie den Korb auf den Tisch gestellt haben, holt einer der beiden Jungen einen Apfel heraus und hält ihn in der Hand)
1. Mädchen: (schaut nach oben) Sag mal, hast du der Figur da den Apfel in die Hand gedrückt?
2. Mädchen: Wie bitte? Ich hab dir doch geholfen, die Decke auszubreiten! Vielleicht gehört der Apfel zu dem Denkmal? Aber komisch sieht es trotzdem aus! (Pause)
Naja. Du, hast du Lust? Spielen wir ein bißchen? (Sie nehmen den Ball, um etwas abseits vom Denkmal damit zu spielen. Währenddessen ergreift einer der Jungs den Korb, hält ihn hoch und erstarrt. Die Mädchen kommen wenig später zurück)
1. Mädchen: Jetzt freue ich mich auf unser Picknick (stutzt) Wo ist denn eigentlich unser Korb?
2. Mädchen: Ich weiß auch nicht. Wir haben den doch hier hingestellt. (zeigt - beide beginnen zu suchen und kriechen dabei um das Denkmal herum)
1. Mädchen: (schaut dabei zufällig nach oben und erschrickt) Sieh mal, unser Korb!
2. Mädchen: (sieht ebenfalls nach oben und fasst die andere ängstlich an) Weißt du was? (leiser werdend) Wir laufen lieber weg. (Sie nehmen sich an den Händen, rennen davon und rufen dabei, immer lauter, um Hilfe)
Peter: Denen haben wir aber einen schönen Schrecken eingejagt. Mensch Paul, wir beide sind wirklich prima.
Paul: Ruhe! Ich höre schon wieder Stimmen. (sie erstarren. Zwei Reinigungsfrauen treten auf. Eine trägt einen Eimer, eine andere einen Schrubber. Pause)
1. Putzfrau: Wenn ich mir die beiden so ansehe, dann haben wir ja noch einiges zu tun. Gib mal den Schrubber her! Damit krieg ich wenigstens den gröbsten Schmutz weg.
2. Putzfrau: (schüttelt den Kopf) Da hilft nur eines. (Sie nimmt den Eimer, holt aus... die Jungen schreien laut auf und springen vom Tisch. Die beiden Putzfrauen fallen vor Schreck in Ohnmacht))
Ende

Werbe-Spot
Porentief rein
Personen (8):
Reporter 1
Hausfrau 1
Reporter 2
Hausfrau 2
Reporter 3
Hausfrau 3
Reporter 4
Hausfrau 4
Beschreibung:In einer Feier können mehrere Werbe-Spots eingestreut werden, also nicht unbedingt alle hintereinander. Man kann sie dort einführen, wo eine kurze Pause erwünscht ist. Ausnahmsweise können Werbe-Spots auch eine positiveWirkung haben. Mehrere Spots sind kein Muß, man kann natürlich auch nur einen Spot vorführen.
Spieldauer:ca. 4 Minuten
Reporter 1: Frau Weger, Sie haben das neue AMA getestet. Was haben Sie für Erfahrungen gemacht?
Hausfrau 1: (entzückt ein Tuch in die Höhe haltend) Die Wäsche ist einfach wunderbar weiß geworden. Schauen Sie nur die strahlenden Farben, das weiße Weiß!
Reporter 1: Würden Sie das neue AMA gegen ein anderes Waschmittel tauschen?
Hausfrau 1: (schockiert) Nein, auf gar keinen Fall!
Reporter 1: Das neue AMA wäscht so weiß, weißer geht es nicht!
(die erste Hausfrau reicht das Tuch der zweiten weiter)
Reporter 2: Frau Steiner, Sie haben das neue ERIAL getestet. Was haben Sie für Erfahrungen gemacht?
Hausfrau 2: Die Wäsche ist einfach wunderbar weiß geworden. Schauen Sie nur die strahlenden Farben, das weiße Weiß!
Reporter 2: Würden Sie das neue ERIAL gegen ein anderes Waschmittel tauschen?
Hausfrau 2: Nein, auf gar keinen Fall!
Reporter 2: Das neue ERIAL wäscht so weiß, weißer geht es nicht!
(die zweite Hausfrau reicht das Tuch der dritten weiter)
Reporter 3: Frau Keller, Sie haben das neue DOSCH getestet. Was haben Sie für Erfahrungen gemacht?
Hausfrau 3: Die Wäsche ist einfach wunderbar weiß geworden. Schauen Sie nur die strahlenden Farben, das weiße Weiß!
Reporter 3: Würden Sie das neue DOSCH gegen ein anderes Waschmittel tauschen?
Hausfrau 3: Nein, auf gar keinen Fall!
Reporter 3: Das neue DOSCH wäscht so weiß, weißer geht es nicht!
(Die dritte Hausfrau reicht das Tuch der vierten weiter)
Reporter 4: Bla Blabla, Bla blabla bla blabla Blabla blablabla. Bla blabla Bla bla Blablablabla blabla?
Hausfrau 4: Bla blabla Blalabla blablablabla bla blah!
Reporter 4: Blabla bla blablabla Blaba blab blaba Blabababa, bablaba. Blah?
Hausfrau 4: Bla, bla bla bla blabla Blaa!!
Reporter 4: Bla Blababla bla bla bla, blabla bla bla blaahh!
... oder so ähnlich :-)
Ende

Mit vielen gesunden Vitaminen
Personen: (3)
Ehemann
Ehefrau
Sprecherin
Spieldauer:ca. 2 Minuten
Szene: Tierfutter ist offenbar eine Delikatesse. Das wird einem von der Werbung täglich eingetrichtert. Warum also soll eine liebnde Ehefrau ihrem gestreßten Mann nicht...
Ehemann: (kommt von der Arbeit nach Hause) Guten Abend - ach, war das wieder streng im Büro! - Was hast du feines gekocht?
Ehefrau: Etwas ganz besonderes, etwas Neues, wart einen Augenblick, ich bin gleich fertig. (Sie bringt eine Büchse Hundefutter). So, da ist es. (Der Mann stürtzt sich darauf). Sei doch nicht so wild. Nicht wahr, es ist gut, das neue Chappi!
Ehemann: Mmmmhhhh!!!
Sprecherin: Chappi, die gesunde Hauptmahlzeit für ihren Liebling. Mit vielen gesunden Vitaminen, im Nu zubereitet! Chappi, große, saftige Brocken. Leber, Hirn, Lunge. In Chappi ist alles drin, was ihr Liebling braucht. Chappi, Tag für Tag Gesundheit. Für Chappi hören Männer sogar mit dem Zeitunglesen auf. Oder kennen Sie einen Mann, der Chappi widerstehen könnte? Chappi, alles was ihr Mann liebt und braucht!
Ehefrau: Ich achte immer auf die richtige Ernährung. Darum gebe ich meinem Romeo die saftigen Stücke von Chappi. Jetzt Aktion!
Sprecherin: Männer würden Chappi kaufen!
Ehefrau: (streicht ihrem Mann über die Haare) Und was du für ein weiches Fell hast, Romeo!
Ehemann: Wau!
Ende

Karriere
Personen:
Herr Schneider
Frau Schneider
Anna, Dienstmädchen
Beschreibung: Das Bühnenbild stellt ein gut ausgestattetes Wohnzimmer dar. Herr Schneider sitzt in einem Sessel und liest die Zeitung, bis seine Frau aufgeregt hereinkommt.
Frau Schneider: Und du sitzt da und liest!
Herr Schneider: (erstaunt)
Warum soll ich denn nicht lesen?
Frau Schneider: Anna hat gekündigt!
Herr Schneider: Na - und? Suchst du dir eine andere!
Frau Schneider: Wie du dir das denkst, Karl!
Herr Schneider: Was paßt denn dem Mädchen nun wieder nicht? Will sie mehr verdienen?
Frau Schneider: Mehr? Hunderttausend will sie verdienen. -
Herr Schneider: (Legt die Zeitung hin und schaut auf)
Hat sie im Lotto gewonnen?
Frau Schneider: Ach was! Sie geht zum Film.
Herr Schneider: Zum Film? Die? Die Anna? Dieser Trampel?
Frau Schneider: Jawohl, sie geht zum Film. -
Herr Schneider: Nun lass mal deine Witze. Was ist denn nun wirklich los?
Frau Schneider: Ich sage es dir ja: Anna, unsere Anna, geht zum Film!
Herr Schneider: (während er kopfschüttelnd nach einer Zigarre greift)
Na, dann soll sie eben...
Frau Schneider: (seufzend)
Mit dir ist aber auch gar nichts anzufangen. Weißt du denn nicht, was das bedeutet?
Herr Schneider: (brennt die Zigarre an)
Was das bedeutet? Das bedeutet, daß wir wieder einmal ein Mädchen gehabt haben, Und daß du dir jetzt ein neues suchen mußt.
Frau Schneider: Na ja, das auch. Aber es bedeutet noch viel mehr!
Herr Schneider: Aha!
Frau Schneider: Du brauchst gar nicht so zynisch zu sein!
Herr Schneider: Zynisch? Wiso bin ich denn zynisch? Hungrig bin ich, und wenn es nicht bald etwas zu essen gibt...
Frau Schneider: Essen! Dazu haben wir jetzt keine Zeit!
Herr Schneider: Ach so! Haben wir nicht? Na ja, wenn wir nicht mal zum Essen Zeit haben...
Frau Schneider: Wir müssen nämlich jetzt etwas unternehmen!
Herr Schneider: Wir? Du mußt etwas unternehmen! Ruf' doch auf dem Arbeitsamt an - oder bei dieser Stellenvermittlung in der Karlstrasse...
Frau Schneider: (läßt sich seufzend in einen Stuhl fallen)
Du bist wirklich ganz schön verkalkt! Anna geht zum Film! Verstehst du denn nicht, was das bedeutet?!
Herr Schneider: Das bedeutet, daß sie filmen wird.
Frau Schneider: Daß sie Hunderttausende verdienen wird! Das bedeutet es in erster Linie!
Herr Schneider: Und was kann ich daran ändern?
Frau Schneider: Du sollst nichts daran ändern - du sollst dich um das Mädchen kümmern! Wenn wir sie adoptieren...
Herr Schneider: Um Himmelswillen
Frau Schneider: Gar nicht! Um des Geldes willen! Schließlich ist sie jetzt seit zwei Jahren bei uns, und alles, was sie kann, haben wir ihr beigebracht! Jetzt, wo sie sich benehmen kann und wenigstens ab und zu mal den Mund aufmacht - jetzt ist sie entdeckt worden. Und wir sind sozusagen schuld an ihrer Karriere. Wenn wir sie nicht aus dem Dorf herausgeholt hätten, dann säße sie immer noch in Neustadt und würde was weiß ich tun! Magd irgendwo - da sie keine Eltern mehr hat. Ihre Tante war doch froh, daß sie sie nicht mehr durchzufüttern brauchte! Und jetzt müssen wir uns unseren Anteil sichern! Verstehst du das denn wirklich nicht?
Herr Schneider: Ach, so meinst du das? Donnerschlag - für so gescheit hätte ich dich gar nicht gehalten! Du meinst also...
Frau Schneider: Ich meine, daß wir uns jetzt ganz besonders um Anna kümmern müssen. Film! Du weißt ja, wie das ist! Da kann sie glatt vor die Hunde gehen, wenn keiner auf sie aufpasst! Es steht ja jeden Tag in der Zeitung...
Herr Schneider: Eine gute Figur hat sie ja...
Frau Schneider: Sicher hat sie die! Und ihr Gesicht! - Na, schön können sie ja nicht alle sein. Und wer weiß, was für Rollen sie kriegt...
Herr Schneider: Woher weißt du das denn eigentlich?
Frau Schneider: Woher ich das weiß? Na, erstens von Anna selbst und zweitens habe ich gehört, wie sie mit der Dame und dem Herrn verhandelt hat. Übermorgen wird sie mit dem Wagen abgeholt...
Herr Schneider: So! Und du hast sie einfach so gehen lassen? Und die Kündigungsfrist?
Frau Schneider: Kündigungsfrist! In solchem Falle!
Herr Schneider: Da hast du allerdings Ausnahmsweise einmal recht. Warte mal...! Natürlich müssen wir uns um das Kind kümmern.
Frau Schneider: Während der Ausbildungszeit bekommt sie erst einmal zweihundert Mark im Monat - sie muß ja erst lernen...
Herr Schneider: Muß sie! Natürlich muß sie lernen. Und wie hast du dir alles gedacht?
Frau Schneider: Na, so: Ich werde sie erst einmal ausstaffieren, damit sie anständig angezogen aussieht. Und dann müssen wir mit ihr sprechen, ob sie vielleicht - sieh mal: wenn wir das Mädchen in der ersten Zeit ein bißchen unterstützen, dann können wir Ansprüche erheben, wenn es einmal die großen Gagen bekommt.
Herr Schneider: Davon stehen uns mindestens fünfzig Prozent zu. - Schließlich ist sie erst durch uns in die Satdt gekommen und durch diese Tatsache Entdeckt worden. Kannst du sie nicht mal reinkommen lassen?
Frau Schneider ruft mehrmals "Anna!"
! (Herr Und Frau Schneider setzen sich und sehen erwartungsvoll zur Tür, bis ein junges Mädchen, plump angezogen und nicht besonders intelligent aussehend, zur Tür hereinkommt.)
Frau Schneider: Ah, da sind sie ja, mein liebes Kind! Kommen sie doch mal näher...
(Anna stapft fest zur Mitte)
Herr Schneider: Sie wollen uns also verlassen, Anna?
Anna: Hm!
Herr Schneider: Das ist natürlich sehr schade. Sie waren meiner Frau immer eine sehr große Hilfe.
Frau Schneider: Aber wir werden ihrer Karriere natürlich nichts in die Wege legen...
Anna: Hm!
Herr Schneider: Wie heißt denn die Gesellschaft?
Anna: U...U...Urania oder so...
Herr Schneider: Aha!
Und sie müssen erst einen Ausbildungslehrgang mitmachen?
Anna: Hm!
Herr Schneider: Das ist schön. Ja, wie dachtest du dir das nun weiter? Du wolltest mit Fräulein Anna...?
Frau Schneider: Ja, Anna, nun setzen Sie sich mal, ja?
! (Anna setzt sich linkisch auf einen Stuhl.)
Frau Schneider: Die Sache ist nämlich so: Film, wissen Sie - alles, was mit Film oder Kino zu tun hat, ist eine gar nicht so leichte Sache.
Anna: Die Frau hat gesagt, ich wär' geeignet...
Frau Schneider: Sicher, sicher, ganz bestimmt, Anna! Ihr Typ ist heute gefragt! Hoffentlich laden sie uns später auch einmal ins Kino ein, was?
Anna: Kann ich machen!
Frau Schneider: Lieb von ihnen! Na, wir werden uns ihnen schon heute erkenntlich zeigen. Ich habe da ein paar Kleider, die könnten sie mitnehmen! Schade, daß sie nicht unsere Tochter sind...
möchten sie unsere Tochter sein?
Anna: Hm!
Frau Schneider: Ach ja, so ein liebes Töchterlein zu haben - nicht wahr Karl?
Herr Schneider: Sicher, sicher
Frau Schneider: Wir haben ja nun nicht viel - aber wir sind immerhin nicht unvermögend. Und wenn man liebe Eltern hat, zu denen man flüchten kann - ach, liebes Kind, so schlecht ist das nicht...
Anna: Hm!
Herr Schneider: Und wenn sie eines Tages eine Berühmtheit sind, dann fällt natürlich auch ein kleiner Schatten auf uns zurück... Wissen sie was? Stehen sie doch einmal auf!
! (Anna steht brummig auf)
Herr Schneider: Nun gehen sie mal durchs Zimmer!
! (Anna stapft durchs Zimmer.)
Frau Schneider: Ach, das ist ja schon sehr schön! Doch - man sieht, daß sie begabt sind.
Herr Schneider: Unbedingt! Sie scheint mir sogar sehr begabt zu sein. Und was ihre Sprache angeht, so werden sie ganz schnell wie eine echte, rechte Künstlerin sprechen können. Vielleicht sind sie sogar so begabt, daß das Ausland auf sie aufmerksam werden wird. Sprechen sie mir doch einmal nach: How do you do!
Anna: Warum soll ich denn das sagen?
Frau Schneider: Aber liebes Kind! Mein Mann meint es doch nur gut mit ihnen!
How ... do ... you ... do ...
Anna: Haududu!
Herr Schneider: Großartig! Na, was sagst du dazu?
Frau Schneider: Sie ist wirklich begabt!
Herr Schneider: Ja, liebe Anna, was ich noch sagen wollte: wir werden sie natürlich unterstützen. Entweder adoptieren wir sie als unser liebes Töchterlein - oder, wenn ihnen das lieber wäre, so arbeite ich nachher einen Vertrag aus, in dem wir (schnell gesprochen) aufgrund unserer seit längerer Zeit für sie verwendeten Ausbildungsbeihilfen, unserer immerwährenden Fürsorge für sie und der Tatsache, daß es sich bei uns um ihre eigentlichen Entdecker handelt, kurz und gut, paragraphenmäßig eingeteilt, also, mit, sagen wir mal, fünfzig Prozent vom Bruttoeinkommen auf, sagen wir mal, die nächsten zehn Jahre und so weiter und so weiter. Klar?
Frau Schneider: Das war aber sehr klar ausgedrückt!
Herr Schneider: Ja, das finde ich auch! Da ist sofort alles klar. Den Rest könnten sie natürlich auf eine Bank... Und was die Anlage des Geldes angeht, so werde ich ihnen auch behilflich sein. Einverstanden, liebe Anna?
Anna: Trinkgelder kriege ich auch - hat sie gesagt.
Herr Schneider: Ja? Ähemm - ja! (Sieht seine Frau an) Wie wäre es denn, wenn du nun Fräulein Anna die Garderobe - so können wir sie auf keinen Fall...
Frau Schneider: Natürlich nicht! Die Kleider.
Anna: Ein Kleid kriege ich, hat sie gesagt, die Dame. Und alle kann ich umsonst sehen - die...die Lollolo...
Herr Schneider: Ah! Sie meinen die Lollobrigida!
Anna: Und den Herrn Jürgens auch! Und die Frau Schell. Und den Herrn Gabel.
Frau Schneider: Clark Gable - entzückend!
Anna: Und den Pretzel!
Herr Schneider: Pretzel? Pretzel? Weißt du -
Anna: Der wo so mit den Hüften singt...
Frau Schneider: Presley meint das Kind! Elvis Presley! Aber sieh nur mal, wie sie plötzlich aufwacht, wenn sie an ihre Kollegen denkt! Kind, Kind fast beneide ich sie...!
Anna: Und den Horst Buchholz. Und alle umsonst!
Frau Schneider: Sie werden noch ganz groß werden! Wissen sie schon, welche Rollen...
Anna: Drops und Pfefferminz und im Sommer Eis am Stiel...
Herr Schneider: Was? Wie heißt der Film?
Frau Schneider: Karl! Du hast wirklich keine Ahnung! Drops, Pfefferminz und im Sommer Eis am Stiel - das ist doch ein wirklich reizender Titel!
Anna: Und alle vierzehn Tage - alle vierzehn Tage brauch' ich nicht zum Film. Nur bei die - bei die - bei die Premiere -
Herr Schneider: Premiere! Na, sicher doch! Bei einer Premiere müssen sie anwesend sein! Welch ein Leben, mein Kind, liegt doch vor ihnen!
Frau Schneider: Beneidenswert!
Anna: Was soll ich denn zum Abendessen kochen?
Frau Schneider: Ich bitte sie! Das ist doch meine Sache! Nein! Sie probieren jetzt die Kleider an, die ich ihnen schenke!
Anna: Die Frau hat aber gesagt, ich kriege Kleider - ein dunkles aus Seide mit hellem Kragen Und dem Abzeichen...
Frau Schneider: Abzeichen?
Anna: Urania - steht drauf. Und eine Taschenlampe kriege ich auch!
Herr Schneider: Sie sind köstlich, mein Kind! Wozu denn eine Taschenlampe?
Anna: Weil's doch dunkel ist, wenn gefilmt wird!
Frau Schneider: Aber doch nicht immer!
Anna: Doch, doch! Im Urania hat die Frau gesagt, herrscht Ordnung! Aber die Trinkgelder darf ich behalten, hat die Dame gesagt.
Herr Schneider: Sehen sie! Sehen sie sich das an! Die Leute sind imstande und speisen ein Künstlerin mit Trinkgeldern ab! Wie gut, daß wir auch noch da sind!
Frau Schneider: Unglaublich! Du machst sofort den Vertrag! Und unsere Anna unterschreibt!
Anna: Ich soll nix mehr unterschreiben, hat sie gesagt!
Herr Schneider: Unsinn! Wir wollen ihnen doch nur helfen! Haben sie den Film-Vertrag denn schon unterschrieben?
Anna: Die Frau hat's mir hingelegt, Und da hab' ich Anna Krawattke druntergeschrieben.
Herr Schneider: So ein Leichtsinn! Und wenn sie reinfallen? Diese Filmleute! Was stand denn darinnen?
Anna: Ich...ich - ich fang' also an als Platzanweiserin im Urania steht drin - Und -
Herr und Frau Schneider: Platzanweiserin!
-Vorhang-

Klaue keine Luftballons
Personen (4):
Schnapper (Räuber)
Sackauf (Räuber)
Fridolin (Räuber)
Polizist
Beschreibung: Die drei berüchtigten Räuber benützen die Faschingszeit und verkleiden sich: Fridolin maskiert sich als Polizist, Schnapper geht als Anstreicher und Sackauf schaut aus wie ein Räuberhauptmann aus dem Bilderbuch mit großem Bart und riesiger Holzpistole. Schnapper und Sackauf brauchen eine Staffelei, einen großen alten Bettbezug, einen leeren Farbeimer und einen Malerpinsel. Fridolin benötigt mehrere Luftpumpen. Der Polizist ist mit einem Fahrrad ausgerüstet, an dem eine Luftpumpe angebracht ist.
Die Bühne erfordert keine Ausstattung.
Dauer:ca. 15 Minuten
Polizist: (kommt von rechts, das Fahrrad schiebend, auf die Bühne)
Nur Ärger hat man mit dem Fasching! Die Kinder stellen lauter Streiche an, die Erwachsenen trinken zuviel, und die Diebe mischen sich unter das Volk und stehlen, was die Taschen hergeben. - Und noch dazu ist der Fridolin wieder in der Stadt, der schlimmste Räuber aller Zeiten, und auch der Schnapper und der Sackauf sollen sich herumtreiben. Aber wie soll ich sie finden, wenn alle Leute maskiert sind? Ja, es ist schon schwer, ein Polizist zu sein!
(nach links ab)
Fridolin: (schleicht von links auf die Bühne)
Das ganze Jahr müßte Faching sein, da könnte unsereiner fischen wie der Kater in der dicken Suppe!
(macht eine entsprechende Handbewegung)
Und niemand erkennt mich! Sehe ich nicht aus wie ein waschechter Polizeioberwachmeister?
(reibt sich die Hände)
So ein Fasching - da ist jeder Tag ein Feiertag für mich!
(nach rechts ab)
(Schnapper und Sackauf kommen von rechts; Schnapper trägt einen Malereimer und einen Malerpinsel)
Schnapper: Da drüben, da wohnt er, der Fridolin, da habe ich genau ausspekuliert.
Sackauf: Und du meinst, er ist nicht zu Hause?
Schnapper: Jetzt, im Fasching? Der macht's genau wie wir, der ist längst losgezogen und findet, was andere Leute noch gar nicht verloren haben.
Sackauf: Dann packen wir's an! Alles was er uns geklaut hat, muß er wieder herausrücken, der Fridolin. Die ganzen schönen Luftballons hat er uns geklaut!
Schnapper: Und gleich, nachdem wir sie selber eingesammelt haben.
(Macht eine entsprechende Hanbewegung) - Aber am hellichten Tag? Beim Fenster einsteigen? Die Polizei ist wachsam!
Sackauf: Soll sie doch! Bist du nicht ein Maler? Wer will einen Maler verhaften, einen ehrbaren Malermeister!
Schnapper: Und du ein Räuber! Ein Räuber geht als Räuber!
Sackauf: Zum Totlachen ist das, hahaha!
Schnapper: "Herr Oberwachtmeister", wirst du sagen, wenn dich die Polizei erwischt, "bitte verhaften sie mich, ich glaube, ich bin ein Räuber!"
Sackauf: "Trink nicht so viel", wird er schimpfen, "und belästige die Polizei nicht!"
Schnapper: "Helfen sie lieber dem Herrn Malermeister bei der Arbeit", wird er sagen, hahaha, "helfen sie ihm, dann zun sie ein gutes Werk!" Hahaha!
Sackauf: Aber los jetzt, keine Zeit mehr verlieren. Wir brauchen eine Leiter.
Schnapper: Und einen großen Sack.
Sackauf: Komm mit, gleich sind wir wieder da!
(beide rechts ab)
(von links naht der Polizist, er schiebt das Fahrrad und schaut sich ständig um; von rechts kommt Fridolin, ebenfalls rückwärtsgehend und schauend. Die beiden stoßen in der Mitte der Bühne zusammen, das Fahrrad fällt zu Boden, Fridolin stolpert und stürzt.)
Polizist: (zuerst erschrocken)
Was wollen sie mit meinem Fahrrad? Geben sie ...
(Hält inne)
Fridolin: (Hält am Boden sitzend die Arme hoch)
Ich habe doch... ich wollte doch... ich bin nämlich gar nicht...
Polizist: (fasst ihn bei den Händen und hilft ihm nach oben)
Ach entschuldigen sie bitte, Herr Kollege!
Fridolin: (Kommt hoch, lässt dabei die Hände immer noch oben)
Entschuldigens' bitte auch, Herr... Herr... Dings... Herr Kollege!
Polizist: Haben sie sich wehgetan an den Armen?
Fridolin: Ach so, jaaaaa! Sehen sie!
(Er nimmt mit der rechten Hand den linken Arm mühsam runter)
ich - auau! - ich glaube, daß ich meine - auau! daß ich ihn mir siebenfach verrenkt und gebrochen habe!
(lässt den linken Arm wieder steif hochschnellen)
Bis da herunter tut er weh!
(Deutet an die Hüfte)
Polizist: Das ist ja entsetzlich schlimm, gehen sie nur gleich mit mir aufs Revier, Herr Kollege, damit ich es als Dienstunfall melden kann.
Fridolin: Nein, gewiss nicht, auf gar keinen Fall!!!
(Zerrt den Arm wieder herunter und schwingt ihn hin und her)
Schauen sie, jetzt ist er wieder ganz richtig eingehängt, sogar besser wie zuvor.
Polizist: Dann bin ich ja froh!
(Geht nach vorne links an die Rampe; zum Publikum)
Beinahe hätte ich gemeint, das wäre ein verkleideter Räuber, aber er hat ja Kollege zu mir gesagt, also ist er ein Polizeibeamter.
Fridolin: (geht nach rechts vorn an die rampe; zum Publikum)
Ich habe schon gedacht, daß der da (deutet auf den Polizisten) ein echter Polizist ist. Aber er ist gewiss auch ein Gauner wie ich, eil er "Herr Kollege" zu mir gesagt hat.
Polizist: Dann also nichts für ungut, Herr Kollege, und auf Wiedersehen. Sie wissen ja, es gibt viel zu tun. (Nimmt das Fahrrad auf)
Fridolin: (hilft ihm)
Es ist furchtbar, wo doch heute die Räuber sogar in Uniform herumlaufen, hahaha!
Polizist: Sie haben recht, nicht einmal auf die Uniform ist Verlass.
(Nach rechts ab)
Fridolin: (spöttisch)
Auf Wiedersehen, Herr Kollege, hahaha! - (Laut) Und jetzt ans Werk! (Leise zum Publikum) Hohohoho! ich habe nämlich dem dummen Schnapper und dem Sackauf die ganzen Luftballons gestohlen, die sie sich geklaut haben. Die wollten sie doch teuer an die Kinder verkaufen, aber das mache ich nun selbst, und ich werde dabei Geld scheffeln wie Heu. Ich werde mich als Ballonweiblein verkleiden, dick und rund und mit einer Rüschenhaube. "Kauft schöne Luftballons, Kinder!" werde ich rufen
(nach links abgehend)
"kauft schöne Luftballons, rote, blaue, gelbe!"
(Schnapper und Sackauf kommen von rechts, sie haben neben Eimer und Pinsel auch noch eine Staffelei und einen großen Sack.)
Sackauf: (zu Schnapper, der immer wieder mit dem Blecheimer gegen die Leiter schlägt)
Psssst!!! Doch nicht so laut!
Schnapper: (wirft den Eimer hin und schreit)
Was ist los?
Sackauf: Du sollst leise sein! Da kann uns ja jeder sehen!
Schnapper: Hören, hören, meinst du!
Sackauf: Sehen oder hören, bei diesem Krach!
Schnapper: Den Krach kann man nicht sehen.
Sackauf: (will den Eimer aufheben, stößt mit dem Fuß dagegen, daß es laut scheppert)
Au!
Schnapper: Jetzt hast du einen Krach gemacht, das habe ich selbst gesehen.
Sackauf: (ungeduldig)
Weil du dich immer so deppert anstellst. - Jetzt hilf mir die Leiter aufstellen!
(Sie stelle ndie Leiter auf und sind dabei so ungeschickt, daß sie noch einmal umfällt.)
Schnapper: (brüllt und hüpft auf einem Fuß)
Au, meine Zehen, alle meine Zehen sind zerquetscht, zu lauter Apfelmus.
Sackauf: Geh, du hast ja die Zehen gar nicht druntergehabt.
Schnapper: (hüpft gleich weniger)
Aber beinahe, beinahe hätte ich sie daruntergehabt.
(Die beiden stellen die Staffelei so an der rechten Bühnenseite auf, daß man von der Bühne her hinaufsteigen kann, beim Absteigen an der anderen Seite aber aus der bühne abgeht.)
Sackauf: (steigt auf die Staffelei)
Also, du paßt auf! und wenn jemand kommt, dann pfeifst du, verstanden?(ab)
Schnapper: (ruft nach)
Halt! Warte! Was ist? Wenn jemand pfeift, dann soll ich kommen? - Oder. Wenn jemand kommt, dann soll ich pfeifen?
(Probiert das Pfeifen, kann es nicht.)
Aber ich kann ja gar nicht pfeifen.
(Probiert es immer wieder)
Sackauf: (kommt mit zwei aufgeblasenen Luftballons, steigt die Leiter hoch, auf der anderen Seite mühsam herab)
Sack auf!
Schnapper: Ja, grüß dich, Sackauf! Siehst du mich, deinen Freund Schnapper?
Sackauf: (böse)
Du bist ein Ochse! Sack aufmachen! Habe ich gesagt, - Da sind die ersten zwei Ballons.
Schnapper: (hält nun den Sack auf)
Das ist dumm, ganz dumm ist das.
Sackauf: Warum ist das dumm?
Schnapper: Du hättest nicht die ersten, sondern gleich die letzten zwei nehmen sollen, dann wären wir schon fertig.
(Steckt die Ballons in den Sack, verschwindet dabei auch fast bis zur Hälfte darin.)
Sackauf: Und du, du bist dümmer als die Polizei erleubt.
Schnapper: (fährt erschrocken aus dem Sack, hält gleich die Arme hoch)
Polizei! hilfe, ich ergebe mich!
Sackauf: (böse)
Nirgends ist Polizei. Aufpassen sollst du und pfeifen, wenn jemand kommt.
(Verschwindet wieder)
Schnapper: (versucht zu pfeifen, aber es gelingt ihm nicht)
Polizist: (kommt von rechts, geht an Schnapper vorbei nach links, dreht sich dann plötzlich um)
Was machen sie denn da, Herr Malermeister?
Schnapper: (erschrickt furchtbar, versucht kümmerlich zu pfeifen, taucht dann den Pinsel in den leeren Eimer und streicht die Hauswand)
Ich...Herr Popo...ich...ich...eigentlich muß ich pfeifen...
Polizist: (sieht genauer hin)
Aber sie streichen ja das Haus ohne Farbe
Schnapper: Jaja, das ist...weil der Hausmeister...er will zuerst sehen, wie es überhaupt aussieht, damit es nicht gleich so teuer ist, wenn es ihm nicht gefällt.
Polizist: Ja, das ist sehr vernünftig. - Aber halten sie den Pinsel doch nicht immer hoch, da tut ihnen ja der Arm weh!
Schnapper: (nimmt die Hände wieder runter)
Danke, Herr Polizist. - Können sie eigentlich pfeifen, ich meine...
Polizist: Freilich kann ich pfeifen
(greift in die Tasche und holt eine Trillerpfeife heraus)
Aber ich pfeife nur dienstlich.
Schnapper: Können sie nicht einmal nicht dienstlich pfeifen, so gaz leise vielleicht, daß es nur der da drinnen hört.
(deutet über die Leiter nach rechts.)
So ein kleines bißchen nur.
Polizist: Auch nicht ein kleines bißchen, wenn es nicht dienstlich ist.
Schnapper: Ich meine, Herr Polizist, daß sie es vielleicht gar nicht können, weil sie vielleicht eingerostet ist.
Polizist: Eine dienstliche Trillerpfeife rostet nicht, die funktioniert immer, hören sie.
(Pfeift laut)
Schnapper: (fällt ihm in den Arm)
Nicht so...halt! Nicht gleich so...
Sackauf: (erscheint mit zwei Ballons)
Was ist denn los?
Schnapper: Gekommen ist wer!
(Deutet auf den polizisten)
Polizist: Kommen sie runter! Sie sind ja ein Räuber!
Schnapper: Nein, er hat sich doch bloß verkleidet, weil doch heute Fasching...
Sackauf: (kommt langsam herunter, in jeder Hand einen Ballon festhaltend)
Hahaha, ein Räuber täte sich doch im Fasching nicht wie ein Räuber anziehen, Herr Polizist, und sie sind ja sicher auch gar kein Polizist.
Polizist: Ich bin ein Polizist, weil ein polozist immer echt ist und weil man in Uniform niemals maskiert gehen darf. - Aber was sind sie, wenn sie kein Räuber sind?
Schnapper: Er ist mein Gehilfe, weil ich...weil wir auch da drinnen anstreichen müssen.
Polizist: Und die beiden Ballons? Haben sie die etwa gestohlen?
Sackauf: (fällt fast von der Leiter)
Gestohlen! Wie ... wie kommen sie denn daaarauf?
Polizist: Halten sie sich doc hfest!
Sackauf: Das ... die müssen wir doch auch anstreichen, damit ...
Schnapper: Damit sie zum Haus passen, wir müsse nsie grünlichrot ...
Sackauf: So rötlichgelbblau anstreichen.
Polizist: Da haben sie Glück, daß sie keine Räuber sind, meine Herren, sonst müßte ich Sie auf der Stelle verhaften. - Und jetzt passen sie gefälligst auf, wenn sie hochsteigen, daß Sie nicht runterfallen!
(Er hilft, den Sack aufhalten und hält die Leiter fest, als Sackauf wieder hochsteigt.)
So, immer vorsichtig, meine Herren, damit mir ja nichts passiert!
Sackauf: Das war sehr freundlich von ihnen, Herr Polizist ...
Schnapper: ... daß sie uns geholfen haben.
Polizist: Die Polizei ist immer hilfsbereit, wenn sie gebraucht wird.
(nach links ab)
Sackauf: (kommt schon wieder mit Luftballons)
Du bist gar kein gewöhnlicher Ochse, Schnapper, sondern du bist der allergrößte Riesenochse, den es gibt.
(Verschwindet wieder)
Schnapper: (der die Ballons entgegengenommen hat)
Nimm das bloß zurück, Sackauf, sonst werde ich ganz böse!
Sackauf: (kommt wieder)
Und du bist nicht nur der größte Riesenochse, sondern auch noch das größte Rhinozeros, das rumläuft, und das dümmste dazu.
(verschwindet)
Schnapper: (aufgeregt)
Und du ... du bist ...
(Einer der beiden Ballons, die er in den Sack stecken will, zerplatzt.)
Hilfe! Hilfe!
Fridolin: (schreit hinter der Bühne)
Weg! Nichts wie weg, jemand schießt auf mich, nicht schießen!
(Er kommt auf die Bühne, hat mehrere Luftpumpen, darunter auch die vom Rad des Polizisten; er rennt Schnapper und die leiter fast über den Haufen, fäält hin, wieder zerplatzt ein Ballon.)
Nicht schießen!
Schnapper: (reißt die Arme hoch)
Nicht schießen, Herr Polizist, nicht schießen!
Sackauf: (stürzt herbei)
Nein, nicht schießen, ich bin der Sackauf, ich ergebe mich!
(hält die Hände hoch)
Fridolin: (erstaunt, steht auf, rückt sich die Mütze und Jacke zurecht)
Ja, ihr seid es! Ja was macht ihr denn mit meinen Luftballons? Und du bist doch der Schnapper
Schnapper: Die Luft Luftballons, Herr Polizist ... die gehören uns, weil wir sie zuerst gestohlen haben, der...
Sackauf: Der Räuber Fridolin hat sie uns gestohlen ...
Fridolin: Dann gehören sie auch dem Fridolin, weil sie der zuletzt gestohlen hat. - Und jetzt wieder rein damit ins Haus!
Sackauf: (bückt sich in den Sack, ruft aus dem Sack)
Aber es ist ja fast kein Ballon drin Herr Polizist.
Schnapper: (steckt auch den Kopf rein)
Nein, fast kein einziger Polizist ist drin, Herr Ballon!
Fridolin: (steckt auch den Kopf rein)
So, und was ist denn das?
(Die drei nehmen den Kopf wieder raus, dabei verliert Fridolin den Bart, jeder hat einen Ballon in der Hand.)
Schnapper: Das ist ... das ist ja gar kein Polizist!
Sackauf: Das ist der Fridolin, er hat den Bart verloren!
(stürzt sich auf ihn)
Her mit dem Ballon!
Schnapper: Her damit!
(Es gib eine kleine Balgerei, bei der die drei Ballons platzen)
Polizist: (pfeift hinter der bühne laut mit der Tripperpfeife)
haltet ihn! Fangt den Dieb! Räuber!
(Pfeift wieder)
(Fridolin, Schnapper und Sackauf schlüpfen in den Sack, die letzten Ballons zerplatzen, die Gauner rufen laut und schnell durcheinander)
Fridolin: Polizei!
Sackauf: Wir müssen verschwinden!
Schnapper: Sack auf!
Sackauf: Bin schon da!
Fridolin: Auauau!
Schnapper: Ich will auch rein!
Fridolin: Schnell! Schnell!
Polizist: (stürzt pfeifend herbei)
Da hat es doch geschossen, weil einer geknallt hat! Ah, es hat geknallt, weil jemand geschossen hat
(Sieht sihc um)
Aber da ist ja niemand!
(Ruft)
Ist hier jemand? Wo ist der Dieb? Wo sind die Räuber?
(Sieht die Luftpumpen, hebt dann eine davon auf)
Da liegen doch Luftpumpen, eine ganze Menge sogar. Und die meine ist auch dabei. Seit eine Stunde bin ich schon hinter dem Räuber her, der sie gestohlen hat. Er muß hier irgendwo sein!
Schnapper: (aus dem Sack)
Nein, hier ist er nicht!
Polizist: Wer ruft da?
Schnapper: niemand!
Fridolin: Du bist ein Affe!
Polizist: Wer sagt Affe zu mir?
Sackauf: Der Schnapper ist ein Affe.
Fridolin: Seid doch ruhig, der hört uns ja!
Polizist: Die Polizei hört und sieht alles.
(Schaut sich um)
Sind sie vielleicht im Sack?
Schnapper: Nein, ich nicht, nur der Fridolin!
Fridolin: Nein, der Sackauf
Sackauf: Nein, der Schnapper!
Polizist: Das ist ja gut, wenn niemand im Sack ist, dann kann ich ihn ja ruhig zubinden und ins Gefängnis bringen lassen.
(bindet zu)
-Ende-

Die Urlaubsreise
Personen:
Er
Sie
Herr Koch
Beschreibung: Die Szene spielt in einem Zimmer. - Sie deckt den Kaffeetisch.- Nach dem Öffnen des Vorhanges kommt "Er" schnell ins Zimmer und wirft Mantel und Aktentasche auf einen Stuhl. Er gibt seiner Frau einen Kuß und sagt händeringend:
Er: Was glaubst du wohl, wo ich herkomme, Thea?
Sie: Spät genug geworden ist es ja. Vermutlich kommst du aus der nächsten Kneipe.
Er: Unsinn! Von Kochs...!
Sie: Nein!
Er: Doch! Mir ist nämlich eingefallen, daß ich sie mal vorsichtshalber fragen möchte, wohin sie in Urlaub fahren wollen. Damit wir ihnen nicht begegnen...
Sie: Und?
Er: Du wirst erschrecken: Nach Oberndorf!
Sie: Oberndorf? (Stemmt die Hände in die Hüften.) Ausgerechnet! Das ist ja - da können wir natürlich nicht hinfahren! Und ich hatte mich so gefreut! Aber die Thilde Koch vermiest einem ja jeden Urlaub mit ihren dreiundsechzig Krankheiten. Was machen wir denn da bloß...?
Er: (zögernd)
Ja, was machen wir da... Paß mal auf, Liebling: wie wäre es denn, wenn wir wieder einmal nach Bad Seel fahren würden? Dort waren wir ja seit vielen Jahren nicht mehr...
Sie: Mir ist es ganz gleich, wo wir hinfahren. Hauptsache, wir begegnen Kochs nicht. Er geht ja, aber die Thilde - na, weißt du...
Er: Weiß ich, weiß ich! War doch gut, daß ich mal so hintenrum gefragt habe, was? Ja, Köpfchen, Thea! Aber da müssen wir uns gleich anmelden. Ich werde nach dem Kaffee zur Post gehen und ein Telegramm hinschicken. Pension Niobe - ich habe mich schon erkundigt, ob die noch besteht. Existiert immer noch. Billig und gut. Einverstanden?
Sie: Na ja. Bad Seel - ganz nett dort. Ist das die Pension droben am Wald?
Er: Richtig! Ist es! Hast doch ein fabelhaftes Gedächtnis, Thea! Alles, was recht ist. Also: wir trinken schnell Kaffee und ich gehe zur Bahnpost. Ich schicke ein Telegramm, daß wir am Neunten dort eintreffen werden, ja?
Sie: Das mach mal, Karl! Aber bleib nicht so lange - heute abend gibt's doch das Theaterstück im Fernsehen...
Er: (während es draußen klingelt)
Das muß ich sehen. Nanu? Wer will denn jetzt etwas? Zeitung? Soll ich..
Sie: Laß mal, ich muß doch den Kaffee holen.
Sie geht hinaus. Während er sich die Hände reibt und dann mit zufriedenem Gesicht eine Zigarette anzündet. Sie und Herr Koch kommen herein.)
Er: Nanu? Albert?
Herr Koch: Ja, ich! Entschuldige, Karl. Aber ist dir aufgefallen, dass du deinen Schirm bei uns hast stehen lassen.
Er: Schirm? Nee! Donnerschlag! Tatsache, ich hatte ihn ja heute morgen mit ins Büro genommen!
Sie: Ich habe ihn schon draußen hingestellt.
Er: Danke! Und dir auch, Albert. Trinkst du eine Tasse Kaffee mit?
Herr Koch: Na ja, kann ich machen. Meine Frau ist in die Stadt gegangen.
Er: Und ich muß nachher zur Post, da kannst du ein Stück mitgehen...
Sie: Dann hole ich gleich den Kaffee. Sie fahren nach Oberndorf, Herr Koch?
Herr Koch: Jaja, so haben wir uns vorerst entschieden, und sie kennen ja Thilde - wenn sie dorthin will, dann kann keiner mehr etwas daran machen.
Sie: Na ich hole schnell noch eine Tasse und den Kaffee.
(Sie geht hinaus. Er bietet Herrn Koch eine Zigarette an.)
Herr Koch: Na?
Er: Alles klar, Albert. Nicht so laut. Thea ist hellhörig.
Herr Koch: Was ist denn nun?
Er: Wir fahren nach Bad Seel in die Pension. Hast du Willi angerufen?
Herr Koch: Hab' ich. Seine Frau wollte absolut nach Petershausen, aber er hat zu ihr gesagt, dort würdet ihr hinfahren, und da wollte sie nicht mehr...
Er: Prima!
Herr Koch: Und dann hat er ihr Bad Seel vorgeschlagen und gleich dort angerufen und Pension für unsere drei Familien bestellt.
Er: (klopft Herrn Koch lachend auf die Schulter)
Fein Mensch, Albert, auf diese krumme Tour haben wir unsere Urlaubs-Skatpartie ja doch noch zusamm
Yorum
#1 | asgin - 02.09.2009 13:05
GrinGrinGrin
Yorum yaz
Yorum göndermek için lütfen üye giriþi yapýn.
Oylama
Sadece üyeler oylayabilir.

Oy verebilmek için lütfen üye olun ya da üye giriþi yapýn.

Henüz bir oylama yapýlmamýþ.
Sayfa oluþturulma süresi: 0.35 saniye Anasayfa - Arama - Iletisim - Tavsiye Et - Site Haritasi - Yukari 6,405,309 Tekil Ziyaretçi