18.12.2017 06:54
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Makaleler ana sayfasý » Sketche » Sketche - Allgemeine Themen 3
Sketche - Allgemeine Themen 3
Nachgefülltes Obst
Personen: (3)
Gemüsehändler,
Frau,
Herr Raumausstattung
Material: Ihr braucht für diesen Sketch einen Tisch, den ihr als Obst- oder Gemüsestand herrichtet. Stellt ihr ein paar Holzsteigen mit verschiedenen Obst- und Gemüsesorten auf, darunter unbedingt Tomaten und Bananen. Ferner benötigt ihr eine Einkaufstasche mit Orangenschalen, eine leere Bananenschale und eine Papiertüte, in der ihr Tomaten verpacken könnt. Um etwas Marktatmosphäre zu schaffen, könnt ihr einen Sonnenschirm aufstellen oder den Sketch auf der Terrasse unter einer Markise spielen lassen. Die einfachere Ausgabe des Standes wäre ein simpler Bauchladen, auf dem einer das Obst transportiert.
Kostüme: nehmt ihr für den Gemüsehändler normale Arbeitskleidung, darüber eine Gärtnerschürze und eventuell eine Kappe oder einen Gärtnerhut. Die Frau sollte wie eine Hausfrau aussehen, die ihre Einkäufe erledigt: normale Straßenbekleidung und eine Einkaufstasche. Der Mann mit der Bananenschale sollte eine exzentrische, etwas skurrile Erscheinung sein. Ihr erzielt diesen Effekt, wenn ihr dem Darsteller einen alten, verknitterten und übergroßen Anzug anzieht. Dazu ein weißes Hemd mit hochgeschlagenem Kragen und einem schlecht gebundenen Binder, eine Horn- oder Nickelbrille und eine Mittelscheitelfrisur, die ihr mit Wasser oder Haargel glätten könnt.
Szene: Dieser Sketch hat eine klassische Witzsituation zum Inhalt: Ein "exotischer Vogel" mit einem ungewöhnlichen Anliegen trifft auf sog. "normale" Menschen. Deshalb ist es wichtig, daß sich die dargestellten Personen in der Art der Präsentation deutlich unterscheiden. Der Gemüsehändler und die Frau sollten weder in Kleidung noch in Sprache und Bewegung irgendwelche Auffälligkeiten zeigen. Der Mann mit der Bananenschale darf hingegen in jeder Beziehung groteske Züge tragen, z.B. einen stacksenden Gang, exkalierte Gestik und einen durchweg verschrobenen Gesichtsausdruck haben. Seinen Text sollte er laut, gestochen und nahezu gefühllos vortragen. Er sollte etwa den Ton treffen, mit dem ein Kind ein Gedicht heruntersagt. Die Frau sollte für die Pointe diesen Tonfall übernehmen. Der seltsame Kunde und die Frau stehen im Profil zum Publikum und lassen in der Mitte den Blick auf den Händler frei.
Eröffnungsszene: Ein Gemüsehändler steht hinter seinem Marktstand und bietet lauthals seine Ware feil.
Händler: Italienische Tomaten, schnittfest, das Kilo nur 1 €! - Holland Salat, neue Ernte, der Kopf nur 70 Cent! Bananen heute im Angebot! Greifen sie zu, solange der Vorrat reicht! (eine Frau trifft auf ihn zu)
Kundin: Geben sie mir doch bittschön drei große Tomaten.
Händler: (greift nach einer Tüte und packt drei Tomaten ein) Eins - zwei - drei Tomaten für die Dame, bittesehr. (Er will der Dame die Tüte reichen, als ein exzentrisch anmutender Herr auf ihn zustürzt und ihm eine Bananenschale unter die Nase hält)
Kunde: Ich wollte ihnen das hier zurückbringen! Erkennen sie's wieder? (er fuchtelt mit der Schale herum)
Händler: (verdutzt) ... ja, das ist eine Bananenschale (Pause) ... und was ist damit?
Kunde: (etwas ungehalten) Sie fragen mich, was damit ist? Ich dachte, das wüßten sie! (Der Händler schüttelt verwirrt den Kopf) Es handelt sich hierbei um eine Banane, die ich gestern bei ihnen gekauft habe. Nachdem ich den zweifellos sehr schmackhaften Inhalt zu mir genommen hatte, erschien es mir als Verschwendung, eine fast neuwertige Bananenschale dem Müll anheim zu geben. Und deshalb dachte ich mir, ich bringe sie zu ihnen zurück und lasse sie nachfüllen. Ich darf doch davon ausgehen, dass sie Bananen nachfüllen? (Der Händler, der dem Herrn die ganze Zeit ungläubig angestaunt hat, bricht in Lachen aus. Die Dame schüttelt ebenfalls schmunzelnd den Kopf)
Händler: (lachend) Also nein, mein Herr! Nachfüllungen dieser Art sind absolut unüblich!
Kunde: (streng) Das hätten sie mir aber auch sagen können, als ich diese Banane erworben habe!
Händler: (beschwichtigend) Aber mein Herr! Bananen hab ich noch nie nachgefüllt!
Kunde: (uneinsichtig) Wieso unüblich? Wenn ich einen Kugelschreiber kaufe und die Mine ist leer, kann ich jederzeit eine neue nachkaufen. Genauso ist es mit dem Automobil: Wenn der Tank leer ist, werfe ich auch nicht das Auto weg und kaufe ein neues, sondern ich fülle ganz einfach den Tank nach!
Händler: Aber ein Kugelschreiber und ein Auto sind ja auch nicht zum Essen da! Ich kenne auf alle Fälle niemanden, der Bananen nachfüllt.
Kunde: (blickt traurig auf die Bananenschale) Das hätte ich wissen müssen. (verzweifelt) Was soll ich jetzt mit der leeren Schale machen?
Händler: (ironisch) Ich schlage vor, sie werfen sie einfach weg!
Kunde: (entrüstet) Aber - das kann ich nicht! Sie ist so gut wie neu! (Er wendet sich der Dame zu und redet auf sie ein) Ich soll eine neuwertige Bananenschale einfach wegwerfen; nur weil sich keiner bereitfindet, sie nachzufüllen. Kein Wunder, daß bei so einer Verschwendung unser Land wirtschaftlich vor die Hunde geht, hab ich nicht recht? (Die Dame nickt ängstlich. Der Gemüsehändler reißt dem Mann genervt die Schale aus der Hand)
Händler: Ach geben sie her! (Er nimmt eine neue Banane, schält sie, wirft die Schale weg und steckt die Banane in die Bananenschale des Mannes. Der Kunde und die Kundin beobachten ihn gespannt ... Er reicht reicht dem Kunden die nachgefüllte Banane) Bitte sehr! Eine Banane, frisch nachgefüllt für den Herrn.
Kunde: (strahlt) O vielen Danke, sehr freundlich von ihnen! (Er verläßt mit erhobener Banane gut gelaunt den Stand. Der Händler und die Kundin blicken ihm kopfschüttelnd nach)
Händler: (Lachend zur Kundin) Nachgefüllte Bananen! Haben sie sowas schon mal gehört? (Die Kundin schüttelt den Kopf) So, hier sind ihre Tomaten! Haben sie sonst noch einen Wunsch? (Die Kundin nimmt die Tüte mit Tomaten und schüttet eine Anzahl von Orangenschalen auf den Tisch)
Kundin: Ich hätte diese Orangen hier gerne nachgefüllt. Aber diesmal etwas weniger Kerne bitte! (Der Gemüsehändler bricht zusammen)
Ende


Auf dem Postamt
Personen: (5)
Postangestellter mit Brille, spießiger Typ,
Herr A,
Herr B,
Herr C,
Eine Frau
Spieldauer: ca. 12 Minuten
Material: Pappuhr mit beweglichen Zeigern, (Schein-)Telefon, Aktentasche mit Kleinkram, Taschenmesser, belegtes Brötchen, Schere, Personalausweis
Szene: Ein Geldabholschalter mit Uhr darüber; Telefon auf dem Schaltertisch
Postler: (Im Schalter sitzend, sortiert Papiere, dicht darauf sehend)
Herr A: (erscheint mit gefüllter Aktentasche; er sucht in seinen Taschen, bringt einen Zettel hervor, wartet)
Postler: (reagiert nicht)
Herr A: (wartet erst noch geduldig, schiebt dann den Zettel näher zum Postler hin)
Postler: (reagiert nicht)
Herr A: (hält Zettel an die - nicht vorhandene Glasscheibe)
Postler: (reagiert noch immer nicht)
Herr A: (klopft an die Glasscheibe und zeigt den Zettel)
Postler: (schiebt endlich Glasscheibe hoch, legt mit Nachdruck den Zettel wieder vor Herrn A hin und schickt dabei vorwurfsvollen Blick über die Brille, dazu missbilligendes Kopfschütteln)
Herr A: (schiebt den Zettel wieder vor) Ich habe hier eine Benachrichtigung erhalten...
Postler: (spitzt seinen Bleistift liebevoll an) Mo - ment bitte!
Herr A: (wartet wieder, dann hebt er den Zettel dicht vor dem Postler hoch) Ich habe diese Benachrichtigung erhalten, daß...
Postler: (wischt die Holzabfälle zusammen, dabei fällt Bleistift hinunter) Mo - ment bitte, sagte ich! (Er bückt sich nach dem Stift, kommt langsam hoch, betrachtet den Bleistift, ob die Spitze abgebrochen ist)
Herr A: (Auf den Zettel pochend) Ich habe hier eine...
Postler: (Mit prüfendem Blick über die Brille) Sie heißen?
Herr A: Aumüller, August...
Postler: Wieso Au?
Herr A: Nicht Au, sondern Aumüller! August Aumüller!
Postler: Stottern Sie?
Herr A: Nein - warum?
Postler: Tut ihnen etwas weh?
Herr A: Durchaus nicht - weshalb denn?
Postler: Dann brauchen sie doch nicht Au zu sagen! Sie heißen Müller?
Herr A: (schüttelt den Kopf) Au--! Aumüller!
Postler: Was denn nun schon wieder! Sie mit ihrem blöden Au! Wollen sie mich etwa zum besten halten?
Herr A: Aber ich heiße doch so!
Postler: Sie heißen AU?
Herr A: Hören sie schlecht? Ich heiße August Aumüller!
Postler: (abfällig) August Aumüller! Muß ja ein Fehler sein! (Er blättert in den Geldanweisungen) Für Müller ist keine Geldanweisung dabei!
Herr A: (ungeduldig) Aber für Aumüller muß eine da sein - hier ist doch die Benachrichtigung
Postler: (blättert weiter) Für August ist auch keine da
Herr A: Suchen sie doch nach Aumüller, denn so heiße ich.
Postler: das sind sie selber?
Herr A: Na, ja gewiss doch
Postler: Und warum soll ich nach ihnen suchen, wenn sie doch vor mir stehen?
Herr A: (Außer Fassung) Nach der Geldanweisung für Aumüller sollen sie suchen!
Postler: (beleidigt) Hören sie, sie haben mir hier keine Vorschriften zu machen, wie ich meinen Dienst versehen soll - (ereifert sich noch mehr) sie - ich tue meine Dienst schon seit dreißig Jahren - und immer korrekt - immer korrekt!
Herr A: (begütigend) Ja, natürlich! Aber bitte, nun zahlen sie mir doch die Geldanweisung aus. Haben sie sie nun endlich gefunden?
Postler: (hält die Geldanweisung an die Augen) Aumüller August - komisch - also doch Aumüller! Hätte ich wirklich nicht gedacht - (scharf) wohnhaft?
Herr A: Hornbiegelstraße 19.
Postler: (legt die Geldanweisung wieder weg) Dann sind sie's nicht!
Herr A: (ärgerlich) Aber es gibt keinen anderen Aumüller in unserer Straße außer mir!
Postler: (stur) Ja, vielleicht in ihrer Straße!
Herr A: Was soll denn das nun wieder heißen?
Postler: Naja, in ihrer Hirnbiegelstraße
Herr A: Horn - Hornbiegelstraße - nicht Hirn
Postler: Hab ich doch gesagt! Hirnbiegelstraße.
Herr A: Wollen sie mich verspotten? Oder worauf wollen sie überhaupt hinaus?
Postler: (sehr amtlich) Die mir vorliegende Geldanweisung lautet auf August Aumüller in der alten Bahnhofstraße 19 und nicht an sie!
Herr A: Ach so, deshalb! Unsere Straße ist umbenannt - umbenannt von Alte Bahnhofstraße jetzt in Hornbiegelstraße. Es ist dieselbe Straße - hören sie - dieselbe Straße! Und ich bin der Empfänger der Geldanweisung. Hier habe ich doch die Benachrichtigung Ihres Kollegen.
Postler: Also wenn es zuerst die "Alte Bahnhofstraße" war und jetzt die Hirn - eh - die Hornbiegelstraße ist, kann es ja unmöglich dieselbe Straße sein, sonst - (überheblich) wärs nämlich doch noch die "Alte Bahnhofstraße"! Ist doch logisch, oder etwa nicht?
Herr A: (Macht eine verzweifelte Geste)
Postler: (amtlich) Außerdem: Eine Geldsendung geht mindestens zwei bis drei Tage, und in zwei bis drei Tagen wird keine Straße umbenannt.
Herr A: Das Geld habe ich gewonnen - gewonnen bei einem Preisausschreiben.
Postler: Was sie nicht sagen.
Herr A: Bei einem Preisausschreiben vor vier Monaten - na ja, und damals hieß unsere Straße noch "Alte Bahnhofstraße" und darum steht es auch so auf der Geldanweisung, weil es auch so auf meinem Absender gestanden hat - versteh'n sie das?
Postler: Nein.
Herr A: Mein Gott, so glauben sie mir doch!
Postler: Sie reden reichlich wirres Zeug, wissen sie das?
Herr A: (aufgeregt) Und - und das hier - die postalische Benachrichtigung - ein amtliches Papier! Von ihrem Kollegen, der immer unsere Straße bearbeitet!
Postler: Der kann ja versetzt worden sein in ihre Hornbiegelstraße.
Herr A: (entgeistert) Mann - so nehmen sie doch Vernunft an.
Postler: (gekränkt) Wenn einer hier vernünftig ist, dann bestimmt ich! Ich handle nach meinen Vorschriften!
Herr A: Ist ja gut, aber - nun machen sie schon!
Postler: (greift zum Telefon) Das muß ich mir erst amtlich bestätigen lassen, daß die Straße umbenannt ist. Ja?? Bitte den Herrn Vorsteher! Ja, Herr Vorsteher - hier Geldschalter Nr. 1, Stempelmeier am Apparat. Herr Vorsteher - ja, Stempelmeier - ich habe hier einen schwierigen Fall - eine Geldsendung für Müller - nein für August Müller - eh - wollte sagen (studiert den Geldschein) für August Aumüller. Ja so wars: August Aumüller - in der alten Bahnhofstraße 19 - sagt er wenigstens. Bitte, hab ich das Recht die Sendung auszuliefern, so doch die Straße nicht stimmt - ja? Bitte? Ich soll warten? - Ja, Herr Vorsitzender - ja, ich warte.
Herr B: (erscheint)
Herr A: (ungeduldig) Also so etwas! Da freut man sich, daß man einen schönen Gewinn abholen kann - und nun dieser Bürokratismus - diese entsetzliche Umständlichkeit
Herr B: (staunt) Einen Gewinn? Einen schönen Gewinn, sagten sie?
Herr A: (nickt, mit den Fingern trommelnd)
Postler: Ja? Aha, danke - Herr Vorsteher, danke - dasselbe - äh - dieselbe - vielen Dank (legt Hörer auf) Also, sie haben Glück - es ist wahrhaftig die selbe Straße
Herr A: Sagte ich doch!
Postler: Gut, also das stimmt - nun bitte ihren Ausweis - ihren gültigen Personalausweis!
Herr A: Meinen - ja ja, natürlich - meinen Personalausweis - (sucht in seinen Taschen) - na, wo ist er denn - (sehr nervös) - zum Donnerwetter - ich hatte ihn doch eingesteckt.
Herr B: Vielleicht in ihrer Aktentasche?
Herr A: (durchsucht seine Aktentasche, es wird alles einzeln herausgenommen, manches fällt herunter, alles sehr schnell und aufgeregt)
Postler: (schaut gelangweilt zu)
Herr C: (erscheint, blickt verwundert)
Herr B: (zu ihm vertraulich) Der Mann hat einen großen Lottogewinn gemacht und will ihn hier abholen - aber er findet seinen Personalausweis nicht.
Herr C: (eifrig zu A) Wenn ich ihnen behilflich sein kann?
Herr A: Aber ich weiß - ich habe ihn mitgenommen - ich kann es beschwören - (sucht wieder in seinen Taschen)
Herr C: Vielleicht ist er doch noch bei ihnen zu Hause - ich habe meinen Wagen draußen, ich könnte sie schnell hinfahren!
Herr A: Ach, danke - nein, er muß hier sein - (alle suchen auf dem Schalterbrett, auf dem Boden, wieder wird die Aktentasche durchwühlt)
Herr A: (durchsucht seine Hosenaufschläge, seine Schuhe, seine Ärmel)
Postler: (packt sein Brötchen aus und ißt teilnahmslos)
Frau: (erscheint) Nanu, was ist denn hier los?
Herr C: (zu ihr) Der Herr da hat einen riesigen Lottogewinn gemacht, aber er hat seinen Personalausweis hier irgendwo verloren.
Frau: (abseits, pfiffig) Klar, da muß man helfen - und dann wird er sich erkenntlich zeigen! (Resolut zu Herrn A) Na, guter Mann, wo haben wir noch nicht gesucht?
Herr A: (Ziemlich erschöpft) Überall - überall gesucht - und dabei weiß ich ganz genau, daß ich ihn eingesteckt habe!
Frau: (faßt mit schneller Bewegung in die Innentasche Herrn A's)
Herr A: (empört) Aber sie, was erlauben sie sich! (Alles horcht auf)
Postler: (dreht kauend langsam den Kopf)
Frau: (triumphierend) Sehen Sie, das dachte ich mir! Ein Loch, ein Loch in ihrer Innentasche! (Sie tastet an dem schockierten A herunter, alle sehen gespannt zu) Da - da - da ist er! Warten sie - das haben wir gleich! Im Futter ganz unten sitzt er - das Futter müssen wir natürlich auftrennen! (Sie kramt in ihrer Handtasche, bringt eine Schere zum Vorschein. Herr B und Herr C ziehen dem Herrn A die Jacke aus)
Frau: Gut, daß ich immer eine Schere bei mir habe, sehen sie, Herr Lottokönig, so kann ich ihnen helfen! (sie schiebt die Jacke auf das Schalterbrett, um aufzutrennen, dabei fällt erneut die Aktentasche herunter und alles heraus - niemand achtet darauf, denn die Frau bringt den Ausweis zutage) Hier mein Herr, bitte - ihr Personalausweis, na, wie habe ich das gemacht?
Herr A: (erleichtert, aber fertig) - Ja, ja, vielen Dank! (nimmt den Ausweis, drängt sich durch die anderen zum Schalter, alle drängen nach, recken die Hälse)
Herr A: (seinen Ausweis offen hinhaltend) Sie - also hier - bitte schwarz auf weiß, August Aumüller, Hornbiegelstraße 19 - ehemals "Alte Bahnhofstraße" 19 - alles in Ordnung.
Postler: (legt langsam sein Brotpapier zusammen)
Herr A: Und nun - (die Uhr über dem Schalter rückt auf 18 Uhr)
Postler: und nun ist's 18 Uhr - Schalterschluß für heute! (Er läßt das Innenrolleau herab) Licht aus.
(NB: Die Uhr kann natürlich auch im Hintergrund sein und dort deutlich ertönen)
Ende


Tot und lebendig
Eine bäuerliche Posse von Risa Karhan (geringe Abänderungen)
Personen: (4)
der Mann,
das Weib,
der Vetter,
die Mutter
Spieldauer: ca. 10 Minuten
Szene: Eine ärmlich eingerichtete Stube des Ehepaars. Der Mann sitzt ungeduldig am Tisch, die Frau kommt mit einem Teller in der Hand.
Mann: Ja, was ist denn Alte? Kriegen wir heute nichts zu essen? Mein Magen kracht wie ein ungeschmiertes Wagenradl.
Weib: Net nur der deine, auch der meine kracht!
Mann: Na also! Dann mach weiter! Was kriegen wir denn Gutes?
Weib: Gutes! Gutes! Du möchtest alleweil was Gutes! Wo soll ich's denn hernehmen? (Stellt einen Teller auf den Tisch) Da hast! Iß! Füll's Loch in deinem Magen aus!
Mann: Erbsen, schon wieder! Ja, gibts denn sonst überhaupt nichts mehr? Mir scheint, du willst mich geradewegs unter die Erd' bringen.
Weib: Was anderes hab ich nit! Ohne Geld kein Musi! Wenn du mich um und um drehst, fällt kein Groschen heraus. Ja, schau nur, so weit hast du uns gebracht! Jetzt wirds lustig! Drei Monat sind wir schon den Zins schuldig! Der Hausherr wird uns bald das Fliegen lernen.
Mann: Na, dann fliegen wir halt! - aber tu die Erbsen weg. Wenn ich's nur riech, drehts mir schon den Magen um.
Weib: Ist schon recht! Soll ihn dir nur umdrehen! Mir hats ihn auch umgedreht. Heut noch dreht's mir ihn um, wenn ich dran denk, daß du unser Sach verkauft hast; die Gelbsucht könnt ich kriegen vor lauter Gift und Gall.
Mann: Jesum, hör auf! Fang net scho wieder an! Deine ewige Nörgelei wächst einem schon zum Hals heraus.
Weib: Weils wahr ist! So einen blöden, hirnverbrannten Streich kannst auch nur du machen. Unser Sach war klein und gering, aber es hat seinen Mann ernährt. Hunger haben wir keinen gelitten, zu essen war alleweil da.
Mann: Aber geschunden haben wir uns genug. Wie ein paar Tragesel haben wir geschuftet!
Weib: Ich wollt, ich könnt mich noch schinden und schuften! Zu gut ist's dir gangen! Viel zu gut! Ganz narrisch bist worden vor lauter Gier nach der Stadt. Hast gemeint, da herinnen fliegen dir die gebratenen Tauben so ins Maul! Ja, Schnecken! Fünf Monate sind wir schon da, und du hast alleweil noch keine Arbeit! Jetzt haben wir keinen Hof mehr, und's Geld ist auch beim Teufel.
Mann: Ja, ja. Ich woaß eh, daß ich einen Dummheit gemacht hab. In so einer unsicheren Zeit soll man nichts verkaufen. Aber no - geschehen ist geschehn. Heut bin ich narrisch vor Heimweh nach unserem Heimatdörfl - und auch nach unserer Sach - ja! Und wenn ich mich als Knecht verdingen muß, aber zurück will ich, und das so schnell als möglich. Dazu muß Geld her, sonst steh ich um!
Weib: Geld! Woher nehmen und nicht stehlen!
Mann: Ich hab meinem Vetter geschrieben!
Weib: O mei! Da bist schon maustot, bevor du von dem was kriegst! Der vergönnt sich ja selber nichts, der Neidkragen.
Mann: Diesmal wird er herausrücken! Wirst schon sehen!
Weib: Wieso, was hast ihm denn geschrieben?
Mann: Daß du gestorben bist und kein Geld zum Eingraben da ist.
Weib: (lacht hell auf) Na, so was!
Mann: Das hab ich gut gemacht, gellt! Ja, ich hab mir dacht: bei dem mußt du scharf kommen, sonst kriegst nichts. (Man hört Klopfen) Wer kann's denn sein?
Sicher der Briefträger mit dem Geld! Mach auf, Alte! Tummel dich, der wartet net!
Weib: Kannst ja auch du aufmachen! (geht, kommt aber nach einer kleinen Pause wieder gleich) Hm! Der Briefträger! Daß i net lach! Der Hausmeister war's mit der Kündigung! Da, lies: binnen drei Tagen muß die Wohnung geräumt sein!
Mann: Herrschaftszeiten! Jetzt schlägts dreizehn! Nichts zu essen und kein Dach überm Kopf! Das ist zu viel! (Man hört draußen stärker Klopfen) Aber jetzt ist er da! Der trommelt alleweil so!
Weib: Wenn's wahr ist! Am End ist's der Schuster! Der hat mich schon vor ein paar Tagen z'sammengerempelt, wir sollen endlich zahlen! (es klopft wieder)
Mann: Geh und schau beim Guckerl hinaus. Wenn's net der Briefträger ist, machst gar net auf! Aber geschwind, sonst rennt er davon!
Weib: (geht brummend) So ein hundelendiges Dasein! Jetzt wird's mir bald zu dumm!
Mann: Recht hat's! In die Stadt hab ich herein müssen, ich Strohschädel.
Weib: (Kommt zurück) Mann setz dich nieder! Weißt wer draußen ist? - Dein Vetter!
Mann: (erschrocken) Birnbaum und Hollerstauden! Alte - was tun wir denn jetzt? (es klopft sehr laut) Es bleibt nichts übrig, du mußt sterben!
Weib: (kreischt auf) Ah, um Gottes Willen, du wirst doch net...
Mann: Aber sei doch still, dumme Trutschen! Ich tu dir doch nichts. Damit will ich nur sagen: Du mußt dich hinlegen und so tun, als ob du gestorben wärst!
Weib: Ach so! Na, so leg ich mich halt hin, in Gottes Namen! Deck mich zu, und übern Kopf leg mir ein Tüchl, sonst muß ich blinzeln.
Mann: So, jetzt laß ich ihn herein! Rühr dich ja net, ich sags dir.
Weib: (Schreit auf) Au, mir scheint, ich hab mich auf mein Nähzeug gelegt. (man hört draußen reden)
Vetter: (tritt ein) Na, so was! So schlecht hausen! Sie ist doch alleweil pumperlgsund gewesen! Was hat ihr denn gefehlt?
Mann: (jammert mit weinerlicher Stimme) Was weiß ich denn! Auf einmal hat's einen Schnackler getan - ist umgfallen - und weg wars! (schluchzt auf) Meine gute Alte!
Vetter: Geh Seppl, kränk dich net! Bist eh um alles kommen wegen dem Weibsbild! Und bissig war's auch wie ein Kettenhund!
Weib: (Schluckt auf)
Vetter: (erschrocken) Alle guten Geister, was war denn das? Das war doch ihre Stimme? Siehst - net einmal tot gibt sie a Ruh! Ich geh', da ist's zu unheimlich bei dir da!
Mann: Aber Vetter, schau her, sie liegt ja ganz ruhig da.
Vetter: (ängstlich) Um Gottes willen, laß's zugedeckt. Ich kann keinen Toten sehen! Da hast's Geld! Ich muß gehen, ich hab noch allerhand einzukaufen. Behüt dich Gott. Laß dich einmal sehen bei mir.
Mann: Ja, behüt dich Gott. Und recht schönen Dank (schließt die Tür)
Weib: No, der hat aber Zeit gehabt. So ein Razi! Der hat Glück gehabt, daß ich mich nicht hab rühren dürfen. Mit dem Besen hätt ich ihn hinausgejagt.
Mann: Aber mach dir nichts draus, Alte! Die Hauptsach ist, wir haben ein Geld. Da schau her, was er mir gegeben hat! Siebenhunderttausend Lire, Alte! Jetzt sind wir aus dem Wasser!
Weib: (schreit) Alter! Da schau hinaus, wer da daherkommt!
Mann: Deine Mutter, was will die denn von uns!
Weib: Weil wir den gleichen Gedanken gehabt haben! Ich hab ihr geschrieben, daß du gestorben bist, und ich steht ohne Geld da.
Mann: O verflixt! da muß ich mich hinlegen und einen Toten markieren! Geschwind, Alte, deck mich zu und mach auf! 's kommt wieder Geld ins Haus. (Sie tun's - es klopft draußen) Sie ist schon da. Ich bin tot! Mausetot!
Weib: (geht - man hört draußen sprechen)
Mutter: Grüß dich Leni! (tritt ein) Ja, wie schaust denn aus? Ganz heruntergekommen.
Weib: (schluchzt auf) Mei armer Mann!
Mutter: Aber kränk dich net! Was hast denn eh schon gutes gehabt an seiner Seiten? Nichts wie Not und Elend! Um alles bist kommen, neben dem Lackerl! Jetzt kommst zu mir, ich brauch eh deine Hilf!
Weib: Ich kann aber net leben ohne ihn! Ich tu mir was an! Ich häng mich auf!
Mutter: (zornig) Dann hängst dich auf! Dummes Weibsbild! Wem net zu raten ist, ist net zu helfen. Ich kümmer mich um nichts mehr! So, da hast dein Geld, dass du alles in Ordnung bringen kannst, ich geh! Hab mehr zu tun, als dein Gejammer anzuhören.
Mann: (lachend) So ein altes Felleisen! Eine billige Arbeitskraft hätts braucht. Laß schauen, was hat's dir denn gegeben? Vierhunderttausend! Na, so nobel wie mein Vetter wars net! Aber macht nichts! Einem geschenkten Gaul schaut man net ins Maul! Mit dem Geld drehen wir der Stadt den Rücken und gehen wieder zurück, wo wir hergekommen sind. Aber zuerst holst was zum Essen rauf, mir fällt ja schon der Magen raus.
Weib: Soll ich den Zins auch zahlen?
Mann: Bist narrisch? Net einmal denken, wo sie uns herausgeschmissen haben! Das Geld findet eine bessere Verwendung! Nun geh schon!
Weib: (will gehen)
Vetter und Mutter: (hört man draußen streiten und näherkommen)
Weib: (dreht sich entsetzt um) alle guten Geister! Jetzt kommen's alle zwei! Was tun wir jetzt, Alter?
Mann: Birnbaum und Holderstauden! Muß der Teufel die zwei noch einmal dahertragen. Geschwind, Alte, leg dich nieder. Jetzt müssen wir alle zwei gestorben sein. Rühr dich net, sie kommen schon. (Sie tuns)
Vetter und Mutter: (kommen schreiend)
Vetter: Geh hör auf! Was du zusammenredest. Ich bin doch net verrückt. Ich hab doch vor ein paar Minuten mit dem Seppl geredet.
Mutter: Und ich hab mit der Leni geredet. Grad bevor ich mit dir geredet habe, habe ich mit ihr geredet.
Vetter: Du spinnst ja! Das ist ja ganz unmöglich! Bei dir ist ein Radl im Hirn locker worden!
Mutter: Bei mir net, aber bei dir! Da, schau her, ob's net der Seppl ist! (kreischt auf) haaah! Alle guten Geister, stehts mir bei! Die Leni ist's.
Vetter: No, was hab ich gesagt? Aber wo ist der Seppl (ruft) Seppl, Seppl! Wo steckts denn? Jeggerl, da liegt er, maustot!
Mutter: No, siehst, hab ich doch recht gehabt!
Vetter: Einen Schmarrn hast recht ghabt! Herrje! dreihunderttausendlire geb ich dem, der mir sagen könnt, wer zuerst gestorben ist von den zwei!
Mann: (setzt sich auf und schreit) Iiiiiiiiiiiiiiih!
Vetter und Mutter: (kreischen auf) Aaaaaah! (beide laufen davon und schlagen die Tür hinter sich zu.)
Mann und Weib: (lachen beide auf) Jetzt haben wir's los.
Ende


Eine Musikstunde mit unmusikalischen Kindern
Frau Jung hat einen schweren Stand
Personen: (13)
Lehrerin Frau Jung
Schüler:
Torben
Ulf
Karl
Jens
Max
Jan
Schülerinnen:
Diana
Elfie
Karin
Maria
Gisela
Evelyn
Spieldauer: ca. 10 Minuten
Frau Jung: (betritt das Klassenzimmer, in dem zwölf Kinder sitzen) Wir beginnen unsere Musikstunde mit einem fröhlichen Lied! (Die Klasse singt ein Lied ihrer Wahl). In der letzten Stunde haben wir über Musikinstrumente gesprochen. Nun eine kurze Wiederholung. Nennt bitte Streichinstrumente!
Torben: Die Geige ist ein Streichinstrument.
Diana: Die Bratsche ist ein Streichinstrument.
Ulf: Das Cello ist ein Streichinstrument.
Frau Jung: (erfreut) Alles richtig! Weiter so! Noch ein Streichinstrument! Elfie!
Elfie: Ein Pinsel
Frau Jung: (enttäuscht) Ein Pinsel? - Welches ist das älteste Musikinstrument?
Karl: Das Akkordeon.
Frau Jung: (wundert sich) Wiso das Akkordeon?
Karl: Weil es die meisten Falten hat.
Frau Jung: (seufzt) - Karl, nenn mir dein Lieblingsinstrument!
Karl: Wenn ich ehrlich sein soll - der Essensgong.
Frau Jung: Du bleibst ein Banause! - Wer kann mir etwas über das Klavier erzählen?
Karin: Das Klavier hat weiße und schwarze Tasten. Die schwarzen Tasten sind sicher für die traurigen Lieder.
Jan: Ich weiß es besser. Die weißen Tasten sind für Hocheziten und die schwarzen für die Beerdigungen.
Frau Jung: (nach einer Atempause) So kann nur jemand sprechen, der noch nie Klavier gespielt hat!
Torben, spielst du eigentlich Klavier?
Torben: Nein, ich pfeife.
Frau Jung: Ach! Worauf denn?
Torben: Auf's Klavierspielen.
Diana: Meine Schwester Elvira spielt Klavier. Einmal hat sie sich geärgert. Da hat nämlich ein Mann bei uns angerufen und behauptet, bei uns würde ein gewisser Brahms ermordet.
Frau Jung: Ja, manche Nachbarn habens schwer! Ulf, kannst du mir sagen, was der Unterschied zwischen einem Klavier und einer Geige ist?
Ulf: Das ist so: Das Klavier brennt länger.
Frau Jung: (stöhnt) -
Karl: Mein Vater ist Pianist in einer Bar. Neulich hat ihn jemand gefragt, warum er Klavier spielt.
Frau Jung: Und was hat er gesagt?
Karl: Weil das Bierglas auf einer Geige keinen Platz hat.
Frau Jung: Du meinst, nun sei der Unterschied zwischen einem Klavier und einer Geige geklärt.
Karl: (nickt schelmisch) -
Diana: Frau Jung, wissen sie, wie man ein Klavier von einem Eichhörnchen unterscheiden kann?
Frau Jung: (überrascht) Klavier und Eichhörnchen? Nein.
Diana: Man stellt beides an einen Baum. Was hinaufläuft, ist das Eichhörnchen.
Kinder: (lachen und klatschen in die Hände)
Frau Jung: Jens, wo arbeitet dein Vater zur Zeit?
Jens: Er ist arbeitslos.
Frau Jung: Ist er nicht Musiker?
Jens: Ja, er hat im Posaunenchor Klarinette gespielt
Frau Jung: (staunt) Aber beim Posaunenchor braucht man doch keine Klarinette!
Jens: Deshalb ist er ja auch arbeitslos.
Frau Jung: (schüttelt den Kopf) - Wenn man ein Instrument alleine spielt, ist das ein Solo. Wenn man zu zweit spielt, ist das ein Duo. Wie nennt man es, wenn man zu dritt spielt?
Max: Das nennt man Skat.
Frau Jung: Ich möchte wissen, weshalb ihr heute so viel Quatsch redet.
Max: Das kommt davon, weil sie uns soviel fragen.
Kinder: (nicken bestätigend)
Frau Jung: Maria, ich habe von deinen Eltern gehört, daß du Sängerin werden möchtest. Stimmt das?
Maria: (geziert) Ja, das stimmt. Ich singe gerne. Außerdem sagen die Politiker, es käme auf jede Stime an.
Frau Jung: (schmunzelt) Mit deiner Stimme kannst du ohne weiteres zur Oper gehen.
Maria: (erfreut) Meinen sie wirklich?
Frau Jung: Klar. Dur mußt dir nur eine Eintrittskarte kaufen.
Maria: (sieht Frau Jung böse an)
Kinder: (lachen)
Gisela: Das war ein Dämpfer für Maria! Ich gönne ihr den!
Maria: (zieht Gisela eine Grimasse)
Ulf: Unsere Nachbarin arbeitet beim Theater.
Frau Jung: Was macht sie da?
Ulf: Sie verteilt Rollen.
Frau Jung: Das muß doch unheimlich schwer sein.
Ulf: Eigentlich nicht. Sie bringt auf jede Toilette eine.
Kinder: (lachen und rufen durcheinander)
Gisela: Meine Tante geht jede Woche ins Konzert.
Frau Jung: So oft? Das wundert mich.
Gisela: Ja. Sie ist Garderobenfrau. - Meine Schwester ist zur Zeit im Stimmbruch.
Frau Jung: Das gibt es doch nicht. Mädchen kommen nicht in den Stimmbruch.
Gisela: (auftrumpfend) Meine Schwester aber doch! Sie hat den Tenor laufen lassen und geht jetzt mit einem Bariton.
Frau Jung: Tja, das ist eine besondere Art von Stimmbruch! - Nun zur modernen Musik! Man kennt sie daran, dass immer Töne kommen, die man nicht erwartet hat. Außerdem ist die laute Musik, die man in der Diskothek hört, schädlich. Man kann davon taub werden.
Max: Frau Jung, es ist uns bekannt, daß sie moderne Musik nicht mögen. Sie wollen uns einreden, daß man davon taub wird. DAs kann nicht stimmen. Dann müßte meine Oma ja oft in der Disco gewesen sein!
Jan: Beethoven war auch taub, obwohl es damals keine Disco gegeben hat. Er starb an seinem Todestag an einem schweren Gewitter.
Frau Jung: Hört auf! Ich sag auch nichts gegen die Disco. Jan, kann man an einem schweren Gewitter sterben? Und das auch noch an seinem Todestag?
Alle: (lachen)
Frau Jung: Jens, hast du eine Lieblingsplatte?
Jens: (strahlt genieserisch) Ja, eine Wurstplatte! (Er streicht sich über den Bauch und leckt die Lippen)
Frau Jung: Typisch! Du denkst immer nur ans Essen. - Jan, sing doch mal das hohe C!
Jan: (singt)
Frau Jung: Sehr gut. Und jetzt bitte F!
Jan: (singt)
Frau Jung: Und jetzt bitte G!
Jan: Wie sie wünschen! (er will gehen)
Frau Jung: Komm, setz dich wieder, du Witzbold.
Evelyn: Frau Jung, wissen Sie, unser neuer Mieter versteht nichts von Musik.
Frau Jung: Wie willst du das wissen?
Evelyn: Er hat gestern meinem Bruder gesagt, er soll seine Trommel aufschneiden und nachsehen, was drin ist.
Frau Jung: (leise für sich) Der Mann ist zu bedauern.
Karl: Bei unserem Arzt war einmal ein Mann, der auf der Mundharmonika gespielt und sie dann verschluckt hat.
Gisela: Da kann er aber froh sein, daß er nicht Klavier gespielt hat.
Evelyn: Mein Opa war schon immer sehr musikalisch. Als er noch ein Kind war, hörte er den Brummbass seiner Mutter und sein Vater verprügelte ihn nach Noten. Als er die Oma kennenlernte, hing für ihn der Himmel voller Geigen, aber seine Schwiegereltern haben ihn ausgepfiffen. Als er dann verheiratet war, ging sein Geld flöten und heute kann er nur noch Trübsal blasen.
Frau Jung: Dein Opa muß ja ein lustiger Mann sein! Und du hast alles so gut behalten, was er dir erzählt hat! In der Schule kannst du nicht so gu aufpassen.
Diana: Was Evelyns Opa erzählt, ist auch viel interessanter!
Frau Jung: (lachend) Danke für die Blumen!
Alle: (lachen)
Elfie: Frau Jung, ich weiß etwas über Wolfgang Amadeus Mozart.
Frau Jung: So? Dann erzähle!
Elfie: Wolfgang Amadeus Mozart ging nach Wien. Dort heiratete er und wurde arm.
Karin: Ja, er war so arm, daß er sich keine neue Hose kaufen konnte. Und in der alten konnte er keine Musik machen.
Jan: Franz Schubert hatte einen Bruder. Das war alles, was er besaß.
Evelyn: Carl Maria von Weber heiratete 1817 die Schauspielerin Caroline Brandt. Jetzt begann eine Periode fruchtbaren Schaffens.
Frau Jung: (ringt die Hände und spricht halblaut) Was habe ich bloß verbrochen, daß ich diese Klasse unterrichten muß!
Torben: Frau Jung, wir haben zu Hause ein Musikzimmer.
Frau Jung: (lächelt mühsam) Wirklich? Das ist aber fein! Welche Instrumente stehen denn in eurem Musikzimmer?
Torben: (fröhlich) Gar keins. Aber dort hört man die Stereoanlage unserer Nachbarn am deutlichsten.
Frau Jung: (gereizt) Ihr seid keine Kinder, sondern richtige Monster! (sie verläßt den Raum)
Kinder: (gehen singend hinterher)
Ende

Das Wochenhoroskop
Personen: (2)
Hubert,
Nelli
Spieldauer: ca. 14 Minuten
Szene: Ein Wohnzimmer. Hubert ist mit schriftlichen Arbeiten beschäftigt. Draußen schellt es.
Hubert: (unwillig) Kann man denn nicht einmal fünf Minuten Ruhe haben? Erst das Brot - (geht zur Tür) dann der Milchmann - fehlt nur noch, daß jetzt einer draußen steht und sagt, er hätte an der falschen Tür geklingelt! (geht hinaus und kommt gleich darauf mit einigen Briefen in der Hand herein) Der Breifträger! Viel wirds nicht sein. (öffnet einen Brief) Reiner und Co.! Eine Rechnung. Können noch warten. (öffnet den nächsten) Firma Finstral? Haben vor drei Wochen erste eine Rate bekommen. Werden sich gedulden müssen. (besieht einen weiteren Brief) Wolf und Söhne? Lohnt sich ja gar nicht zu öffnen! (wirft die bisher gesichteten Briefe auf den Tisch) Erst muß ich mit Huber klar sein. Eh' der nicht blecht, kann ich nichts auf den Tisch legen. betrachtet einen weiteren Brief) Mein Rechtsanwalt? Was will denn der? (öffnet den Brief und liest) In der Sache - (murmelt) gegen Busse findet am... (hier kann eine beliebiges Datum eingesetzt werden) um... (idem) im Zimmer 56 des hiesigen Amtsgerichtes die Verhandlung statt. (lässig) Das hat er mir doch gestern schon telefonisch mitgeteilt. Blödsinn, mir das auch noch brieflich zu geben! Kostet doch nur mein Porto! Soll lieber den Prozess gewinnen, damit ich mein Geld hereinbekomme! (wirft auch diesen Brief auf den Tisch. Draußen schellt es wieder) Wer ist denn das schon wieder? (geht hinaus und kommt gleich darauf mit seiner Frau Nelli herein)
Nelli: (mit einer vollen Einkaufstasche in der Hand) Komm, Hubertchen! Nimm mir die Tasche ab! Ich muß gleich noch einmal hinunter! (frisch) Herr Dalfovo hat wunderbaren Karfiol, und so billig!
Hubert: (mißmutig) Ich will keinen Karfiol!
Nelli: (lockend) Mit brauner Butter übergossen?
Hubert: Auch nicht mit brauner Butter! (weist auf die Briefe) Bei diesen Rechnugnen vergeht mir die Butter.
Nelli: (stellt die Einkaufstasche ab) Aber, Hubert! Die paar lumpigen Rechnungen! Andere Leute spielen mit Millionenbeträgen! Du bist viel zu bescheiden.
Hubert: (erregt) Also, jetzt verstehe ich dich nicht, Nelli! Sonst bist du pedantisch darauf bedacht, möglichst wenig Schulden zu machen, und plötzlich willst du nach Karfiol rennen, den wir uns sonst unter gleichen Umständen versagen?
Nelli: (schmollend) Was hast du denn, Liebster? Die Briefe sind doch kein Grund, sich aufzuregen?
Hubert: (zeigt ihr den Brief seines Anwalts) Kein Grund? Wenn das kein Grund sein soll! Morgen ist die Verhandlung gegen Huber!
Nelli: Ich weiß! Ich weiß, mein Schätzchen. Deswegen rief dich dein Anwalt doch gestern schon an. Aber gerade das, finde ich, ist ein herrlicher Anlass, sich zu freuen.
Hubert: Ja, bist du denn nicht mehr gescheid, Kind? Soll ich etwa vor Freude an die Decke springen, weil dieser mit allen Wassern gewaschene Huber sich morgen sicher wieder als der Überlegenere erweist und mich leer ausgehen läßt?
Nelli: Was du dir nur für Sorgen machst! (streicht ihm übers Haar) Ach! Ach! Ach! Das ganze Gegenteil! Man wird dir Recht geben! Hast du nicht den Vertrag als Beweis? Na, also!
Hubert: Der Bursche hat sich schon einmal aus der Schlinge gezogen. Ja, ja, du nimmst das viel zu leicht. Man müßte nur wissen, was er im Schilde führt.
Nelli: (wühlt in ihrer Einkaufstasche herum) Du kannst ganz unbesorgt sein, Liebster! Ich lege meine Hand dafür ins Feuer, daß du morgen gewinnst! Huber wird weich, in den Knien! (zieht eine Zeitung hervor)
Hubert: Wie denn? Hast du etwas läuten hören?
Nelli: (reicht ihm die Zeitung hin) Da! Sieh, was ich da mitgebracht habe! Die "Familienpost"!
Hubert: Was soll ich denn damit?
Nelli: Schatzi, begreifst du denn nicht? Hier drinnen steht es doch schwarz auf weiß! (schlägt die Zeitung auf)
Hubert: Was denn? Etwas über Huber?
Nelli: Aber, nein! (liest) Lebensrhytmen für die Zeit vom... (hier ist die entsprechende Zeit des Wochenanfanges und -endes einzusetzen) bis zum ...
Hubert: (enttäuscht) Ach, lass mich doch mit diesem Unsinn zufrieden! Diese Horoskope sind doch Blädsinn! Damit kann ich doch keinen Prozess gewinnen!
Nelli: (energisch) Doch! Doch! Doch! Du darfst nicht immer gleich alles ablehnen. Heutzutage interessiert sich doch jeder für sein Horoskop! Die englische Königin selbst läßt sich ihr Horoskop stellen! Überhaupt: Wer auf Draht ist, handelt nach seinem Horoskop!
Hubert: (zögernd) Ach, das sind Redensarten.
Nelli: (läßt nicht locker) Du bist ein kleiner Dummkopf! Ali Kahn! Die Tochter! Alle! Alle! Zehn Dutzend kann ich dir an den Fingern aufzählen! Frau Rubner unten hat mir erst gestern ein paar Fälle erzählt, also einfach toll! Vorteile sind da herausgeholt worden - na, ich kann mir nicht alles so merken - da steht man einfach Kopf!
Hubert: Von mir aus.
Nelli: Man kann's doch auch einmal versuchen?
Hubert: (lächelnd) Sie haben alle keinen Herrn Huber zum Gegner, Kind.
Nelli: (verächtlich) Huber! Huber! Huber ist ein Würstchen! Paß auf, wie schnell du obenauf bist! Du wirst ihm das Geld, welches er dir schuldet, nur so aus der Nase ziehen! Samt Zinsen!
Hubert: Wenn man dir so zuhört, bildet man sich selbst ein, daß es so ausgehen muß, wie du sagst.
Nelli: Na, endlich! (über die Zeitung gebeugt) Schau dir doch nur deinen Monat an, Hubertchen! Eine wahre Pracht und Wonne! (stolz) Ja, ja, wenn dein Frauchen nicht wäre! Aber ich wußte ja, daß ich dich überzeugen würde!
Hubert: Nun lass sehen, was da steht!
Nelli: (stellt sich lachend mit dem Rücken vor die Zeitung) Was meinst du, was dir diese Woche verspricht?
Hubert: (versucht, sie beiseite zu schieben) Na, komm schon!
Nelli: Nicht so stürmisch, Liebster! Erst: Was krieg ich zur Belohnung?
Hubert: (ungeduldig) Was willst du denn schon wieder?
Nelli: Mindestens eine Schachtel Pralinen.
Hubert: Auch das noch! (Er will sie beiseite schieben)
Nelli: (wiedersetzt sich) Du bist geizig!
Hubert: Ansprüche stellst du!
Nelli: (schelmisch) Will ich erst noch stellen.
Hubert: (zieht sie zärtlich an der Nase) Schlingel!
Nelli: Gewährt?
Hubert: Na, schön - gewährt! (indem sie ihn schon in die Zeitung hineinschauen lässt) Das heißt, wenn dieser Huber zahlt.
Nelli: (verdeckt ihm nochmals die Zeitung, schmollend) Also! Du zweifelst immer noch?
Hubert: (nachgiebig) Du weißt doch, dass ich dir nichts abschlagen kann.
Nelli: (tätschelt ihm zärtlich die Wange) Danke!
Hubert: (über die Zeitung gebeugt, schon halb dabei) Wo ist denn mein Monat?
Nelli: Da! Widder!
Hubert: Natürlich! (liest) Nach zwei anfänglich ruhigen Tagen der Woche, die sie klugerweise zu gründlichen Vorbereitungen nutzen sollten -
Nelli: Das hast du doch?
Hubert: Natürlich! (fährt fort) - dürften am... (hier ist das Datum der Verhandlung einzusetzen) für sie die besten Aussichten zu verzeichnen sein.
Nelli: (fällt ihm um den Hals) Ist das nicht herrlich? (stolz) Bismarck war übrigens auch Widder! Wie du!
Hubert: (ungeduldig) Laß mich weitersehen! (liest) Im Zusammenhang mit Verträgen und Abmachungen dürfen sie mit den günstigsten Tendenzen rechnen.
Nelli: (hüpft vor Freude) Hubert! Berechtigt das nicht zu den schönsten Hoffnungen? Dieser ekelhafte Huber wird dir alles auf Heller und Pfennig zurückzahlen!
Hubert: Moment, da steht noch etwas!
Nelli: (voller Ernst) Ach, ja! Das Wichtigste kommt ja noch! Und jetzt schön langsam lesen, Hubert!
Hubert: (bedächtig) Behördengänge dürfen an diesen Tagen - mit - größtem - Optimismus -
Nelli: (wiederholt) Größtem Optimismus!
Hubert: - unternommen werden.
Nelli: ist das nicht großartig? Jetzt bist du doch hoffentlich überzeugt? (unvermittelt) Du! Ich habe Schnitzel mitgebracht! Darum wollte ich gern noch Karfiol dazu holen.
Hubert: (fährt sich über die Augen, als müßte er alles nochmals überdenken) Wir haben doch das Geld noch nicht.
Nelli: Aber Hubert! Wo du den Prozess bestimmt gewinnst! (ein wenig kleinlaut) Ich habe anschreiben lassen. Der Metzger hat es mir ja direkt angeboten. Ich kann doch den Guten nicht beleidigen. Zu guter letzt denkt er, wir haben wirklich kein Geld. Das ist doch peinlich.
Hubert: (droht ihr lachend) Du Verschwenderin!
Nelli: (weist auf die Zeitung) Wir sind noch gar nicht fertig, Hubert! Am Schluß stehen noch Glückszahlen!
Hubert: (nimmt die Zeitung wieder vor) Tatsächlich? (liest) Sie können in allen amtlichen Angelegenheiten mit Chancen rechnen, die ihrem - Geldbeutel -
Nelli: Toll, oder!
Hubert: - die ihrem Geldbeutel zugute kommen.
Nelli: Was sagst du nun? (packt weiter Sachen aus der Einkaufstasche aus) Oder glaubst du, ich hätte sonst aufs Geratewohl eingekauft?
Hubert: (starrt auf die Zeitung) Ich kann es einfach nicht glauben.
Nelli: (unbeirrt optimistisch) Du hast es doch gedruckt vor dir liegen? Da gibt es wohl nichts mehr daran zu rütteln?
Hubert: An sich zwar nicht.
Nelli: (beschwingt) Du, Hubert! Ich habe mir die hellgrauen Schuhe mitgebracht, die ich dir vorgestern zeigte. (schmeichelnd) Weil du doch sowiso das Geld bekommst!
Hubert: War das nicht etwas voreilig, Kind? Ich muß dir ehrlich gestehen, daß ich gar nicht mehr an die Klage gegen Huber dachte.
Nelli: Aber ich! Als ich einkaufen ging, habe ich zuerst die Familienpost mitgenommen, und da las ich alles! Ich weiß doch, daß das Horoskop darin steht. (beglückt) Ich habe die Schuhe ganz leicht auf Kredit bekommen. (zeigt sie ihm) Hübsch, nicht wahr? (greift wieder in die Einkaufstasche) Und zwei Flaschen Wein habe ich auch mitgerbacht.
Hubert: (überrascht) Wozu denn? Wir wollten doch keine Feier veranstalten.
Nelli: (unbeirrt) Daß ihr Männer so gar kein bißchen Romantik mehr aufbringt! Früher wurde tagelang gefeiert, wenn man einen Prozess gewonnen hatte! Außerdem haben wir tagelang gefeiert, wenn man einen Prozess gewonnen hatte! Außerdem haben wir lange schon keinen mehr getrunken. (stellt die Flaschen auf den Tisch)
Hubert: (kopfschüttelnd) Karfiol - Schnitzel - Schuhe -Wein?
Nelli: Bei so einen Horoskop! Schau dir doch nur erst die Glückszahlen an! ... (hier ist das Tagesdatum der Verhandlung einzusetzen) Das Datum des morgigen Tages! ... (eine dem Alter des Spielers angemessene Zahl) Dein Lebensalter! Hier steht noch die Zahl 56. Was könnte das denn sein?
Hubert: (betont) 56? Die Verhandlung findet in Zimmer 56 statt! (nimmt den Brief seines Anwalts vor) Da!
Nelli: (begeistert) Mein Widderchen!
Hubert: Diese Treffsicherheit jagt einem ja geradezu Angst ein!
Nelli: (nüchtern) Wie hoch ist denn die Summe, die du von Huber bekommst?
Hubert: Moment! (wühlt in den Papieren, welche auf dem Tisch liegen)
Nelli: Es muß doch ein ganz schöner Batzen sein?
Hubert: (dämpfend) Na, na - wenn man alle Verpflichtungen abzieht und deine Schulden!
Nelli: (unbeschwert) Ach, Hubertchen! Die paar Kleinigkeiten! (schmeichelnd) Weißt du, bei Reifer und Co. habe ich einen Pullover gesehen - also, einfach ein Gedicht! Die neuen Schuhe und - (zieht einen Pullover aus der Tasche) der Pullover! Gelt, du hast doch nichts dagegen, (hält ihn ihm entgegen) wenn ich mir den Pullover?
Hubert: (ein wenig müde) Auch auf Kredit?
Nelli: Aber, Schatz! Wo du doch morgen den Prozess gewinnst! (hält sich den Pullover an)
Hubert: (suchend) Ich hatte es doch vorhin in der Hand?
Nelli: Zweiunddreißig Mark! Das ist doch spottbillig für diesen Pullover!
Hubert: (ergibt sich in sein Geschick) Na, ja. (blättert in einem Schriftstück) Da hab ich's!
Nelli: (ist mit ihren Sachen beschäftigt) Du liebes, gutes Widdermännchen, du!
Hubert: Im Vertrage steh also: (liest) Ich, Egon Artur Friedrich Hubert - (stutzt zunächst, dann treten ihm fast die Augen aus dem Kopf) - Hubert - geboren am - (stöhnt)
Nelli: (geht mit dem angehaltenen Pullover vor einem Spiegel auf und ab) Er ist doch wirklich cick! (Hubert ringt nach Luft) Was hast du denn, mein süßes kleines Widderchen?
Hubert: (pfeffert das Schreiben auf den Tisch) Huber - (bearbeitet sich die Stirn mit den Fäusten)
Nelli: (betroffen) Na, und?
Hubert: (fällt in sich zusammen) Ist auch Widder! (Nelli läßt wortlos den Pullover fallen und starrt ihren Mann entgeistert an, der sich erstaunlich schnell wieder gefasst hat) Herrlich, so ein Horoskop! Findest du nicht auch? (faßt ermunternd ihre Hand) Und du wolltest diese kleine Hand dafür ins Feuer legen?
Nelli: (schaut ihn erschrocken an) Hubert!
Hubert: (deutet auf die Einkaufstasche) Du hast wohl noch etwas auszupacken vergessen?
Nelli: (überhört diesen Vorwurf) Aber Hubert ist doch viel älter als du! Da hat er doch eine Glückszahl weniger?
Hubert: (gibt sich einen Ruck und sagt mit einem scherzhaften Unterton) Wir sind beide gleich alt! - Ach was! Da müssen wir uns doch wohl für den morgigen Tag wappnen? Geh rasch und hol deinen Karfiol!
Nelli: (macht ein paar Schritte zur Tür hin, dann zögernd zu Hubert) Auf Kredit?
Hubert: Natürlich! Geld kommt her, so oder so! Zahlt Huber nicht, verklagen wir die "Familienpost" wegen vorsätzlicher Irreführung!
Ende

Der dritte Mann
Personen: (2)
Einbrecher
Villenbesitzer
Spieldauer: ca. 2 Minuten
Material: Große Tasche, Silberzeug oder andere wertvolel Gegenstände, Revolver, Telefon, Geräuschplatten
Szene: Wohnzimmer einer alleinstehenden Villa.
Die Bühne ist dunkel. Man hört Scheiben klirren. Tapsende Schritte. Eine Taschenlampe blitzt auf, tastet den Raum ab.
Einbrecher: (schleicht durch das Zimmer, stößt an einen Stuhl, flüstert "Idiot"; er öffnet die Schranktür und holt Silberzeug oder andere Gegenstände heraus und packt sie in eine große Tasche; jedesmal, wenn es klirrt, sagt er zu sich: Pst!)
(Plötzlich erscheint vorn der Hausbesitzer, einen Revolver in der Hand, und ruft)
Hausbesitzer: Hände hoch!
Einbrecher: (erschrickt und dreht sich um)
Hausbesitzer: (schaltet das Licht an; es wird hell)
Einbrecher: (weinerlich) Nein, das kann auch nur mir passieren!
Hausbesitzer: Suchen sie etwas bestimmtes?
Einbrecher: Eigentlich Geld ....
Hausbesitzer: Oh! Da helfe ich ihnen suchen.
Einbrecher: (resignierend) Aber nun kann ich einpacken, indem ich wieder auspacke. (leert die Tasche und stellt die gestohlenen Gegenstände wieder zurück) Wiso sind sie überhaupt zu Hause? Donnerstag ist doch ihr Stammtisch, Ihr Dreiertreffen im "stolzen Hirsch". Hab ich doch extra ausbaldovert.
Hausbesitzer: Tut mir leid, ist heute leider ausgefallen. Freund Erich ist krank.
Einbrecher: So ein Pech! Dachte, ich hätte einen Grand mit vier vieren in der Hand - nun ist es nur ein Null ouvert.
Hausbesitzer: (sieht auf einmal den EInrbrecher Strahlend an, geht zum Telefon, legt den Revoler daneben und hebt den Hörer ab)
Einbrecher: Mann, müssen sie die Bullen alarmieren? Können sie mich nicht laufen lassen?
Hausbesitzer: (spricht rasch während er wählt) Kommt gar nicht in Frage! Sie bleiben.
Einbrecher: Was haben sie denn davon, wenn ich....
Hausbesitzer: (winkt dem Einbrecher zu, still zu sein) Will nur meinem Nachbarn Bescheid sagen.
Einbrecher: Ich steig heut bestimmt nirgendwo mehr ein.
Hausbesitzer: (Geste wie eben) Albert? Ja, ich bins... kannst rüberkommen! Wir haben den dritten Mann zum Skat.
Ende

Die Muttertagstorte
Personen: (12)
Mutter,
Vater,
Resi,
Franzl
Trude,
Heidi,
Anni,
Helga,
Leo,
Elfi,
Hansl,
Liesl
Spieldauer: ca. 8 Minuten
Szene: Die Mutter sitzt beim TIsch und stopft Strümofe. Sie gähnt, macht ab und zu ein Nickerchen. Vater steckt den Kopf zur Tür herein und sagt:
Vater: Geh doch endlich schlafen, Mutter! Es ist schon 10 Uhr. Du kannst nicht mehr aus den Augen schauen.
Mutter: Ja schon, aber was soll ich denn tun? Die Löcher müssen gestopft werden.
Vater: Morgen ist auch noch ein Tag. Komm, leg dich jetzt schlafen.
Mutter: Nun gut, so mache nwir halt in Gottes Namen Schluß für heute. (beide gehen. Nach einer Weile kommen die Kinder, die noch einmal aus dem Bett gehüpft sind. Resi ruft sie herein.)
Resi: Kommt jetzt schnell, die Mutter ist schon im Bett! Seid jetzt ganz leise. Wenn uns die Mutter hört, wird aus unserer ganzen Überraschung nichts.
Franzl: (weinerlich) Ich möchte wieder schlafen gehen!
Trude: Hör auf zu raunzen! Wir wollen der Mutter eine feine Überraschung machen.
Heidi: Morgen ist doch Muttertag!
Franzl: Aber deswegen kann ich doch in der Nacht schlafen!
Anni: Frazl, wir müssen jetzt alle zusammenhelfen, damit wir rechtzeitig fertig werden. Sei jetzt lieb!
Franzl: (gähnt) Ich will schon keinen Schlafe mehr haben, wenn morgen Muttertag ist.
Resi: Jetzt überlegen wir aber, was wir eigentlich machen sollen.
Helga: Eine Torte backen wir natürlich.
Alle: Ja, ja, das tun wir!
Resi: Leo, hol rasch das Kochbuch!
Leo: Ja, ja, ich geh schon. (Kommt damit)
Helga: Welche macehn wir denn?
Resi: Laßt mich eine recht gute aussuchen. (Alle beugen sich über das buch)
Gretl liest: 3 Eier, 14 dkg Zucker, 5 dkg Kakao, 1/4 kg Mehl ....
Elfi: Blätter um, Leo! (Leo tut es)
Resi: Dann gibt man etwas Majoran dazu, Salz, zerdrückt 3 Knoblauchzehen und zum Schluß gibt man die feingehackten Lorbeerblätter und etwas Kümmel dazu.
Hansl: In die Torte einen Knoblauch?
Resi: Komisch kommt es mir schon auch vor, aber wenn es im Kochbuch steht, muß es schon stimmen.
Elfi: Durch den Knoblauch wird sie eben recht schmackhaft werden.
Liesl: Mutti gibt ja in den Kohl auch immer Knoblauch hinein.
Heidi: Also fang an, Resi!
Resi: Schlagen wir zuerst die Eier auf und dann geben wir den Zucker und das Mehl dazu in die Schüssel.
Elfi, Liesl und Franzl zugleich: Unf ich darf dann rühren!
Anni: Ja, wir werden alle rühren.
Resi: Gretl, zerdrück einstweilen den Knoblauch und hack die Lorbeerblätter.
Anni: Gehört in die Torte auch backpulver und Germ?
Resi: Ich glaube schon. Hoffentlich hat die Mutter davon daheim. Schau nach!
Helga: (sucht) Ich hab schon etwas!
Resi: Es ist ja gleich, was wir nehmen, gib den Germ her. (mischt ihn mit den anderen Zutaten)
Heidi: So, ich glaub, jetzt können wir den Knoblauch auch schon hineingeben.
Helga: Und die Lorbeerblätter auch!
Resi: (mischt alles) Anni, gib schnell eine Kuchenform her und Leo, leg im Ofen nach! (füllen den Teig ein und stellen ihn ins Rohr)
Resi: So, das wäre geschehen!
Trude: Jetzt müssen wir aber schnell aufräumen!
Liesl: Die Blumen dürfen wir auch nicht vergessen!
Anni: Wir können aber jetzt kein Tischtuch aus dem Kasten nehmen, sonst wird die Mutter wach.
Hansl: Horch, es kommt wer!
Alle: Die Mutter, die Mutter! (verkriechen sich)
Vater: Ja seid ihr denn wahnsinnig geworden? Was treibt ihr denn da mitten in der Nacht? (Kinder kommen hervor
Resi: Wir haben für den Muttertag eine Torte gebacken!
Franzl: Ja, udn Knoblauch ist auch drinnen und Majoran! Die wird gut!
Vater: Waaas? Majoran und Knoblauch? Von wem habt ihr denn das Rezept?
Heidi: Aus dem Kochbuch.
Vater: Das kann ich nicht glauben. Zeig mal her!
Leo: (bringt das Buch) Schau nur, da steht es.
Vater: (liest) 3 Eier, 14 dkg Zucker, 5 dkg Kakao, 1/4 kg Mehl... blätter um! (Gretl tut es) 1/4 Päckchen Backpulver, etwas Rum.
Resi: (erstaunt) Das ist aber zuerst nicht gestanden.
Anni: Wir haben das ganz anders gemacht, Vater.
Vater: Gebt mir das Kochbuch noch einmal her, mir fällt etwas ein. (blättert um) Oh, ihr Unglücksraben!
Alle: Was ist denn, Vati?
Vater: Ihr habt schlecht umgeblättert und beim Rindsgulasch weitergelesen. Hört nur: man gibt Majoran und Salz dazu, zerdrückt 3 Knoblauchzehen ... ha ha, das wird eine feine Torte!
Resi: (weinerlich) Lach uns doch nicht aus, Vati! Sag uns lieber, was wir tun sollen!
Hansl: Wo ich mich schon so auf die Torte gefreut habe!
Gretl: Wenn wir schon keine Torte haben, richten wir wenigstens den Tisch mit Blumen her.
Anni: Statt dem Tischtuch legen wir halt 2 Geschirrtücher auf den Tisch. (Heidi und Liesl tun es, Franzl bringt die Blumen)
Resi: Wir werden von heute ab der Mutter helfen. Anni und ich können flicken helfen.
Gretl: Das Geschirr abwaschen wird jetzt meine Aufgabe sein!
Leo und Trude: Wir trocknene ab!
Hansl: Kehren kann ich!
Heidi, Elfi und Helga: Wir drei putzen jedan Tag alle Schuhe!
Liesl und Franzl: Und wir dürfen nichts tun?
Resi: Oh ja, Liesl hilft der Mutter dan Staub wischen und Franzl wird die Blumen gießen.
Vater: Wenn ihr dieses Versprechen auch wirklich haltet, dann wird Mutti bestimmt eine große Freude haben.
Mutter: (kommt herein und ruft lachend) Da habe ich es jetzt aber fein!
Alle: Jetzt hat die Mutti alles gehört!!!
Mutter: Oh ihr lieben dummen Kinder, ihr habt ja vor Aufregung so laut geredet, daß ich alles hineingehört habe.
Resi: Mutti, jetzt haben wir keine Torte für dich!
Mutter: Seid deswegen nicht traurig. Ich hab trotzdem eine ganz große Freude!
Leo: Wenn wir jetzt schon alle auf sind, feiern wir gleich jetzt Muttertag! (alle umringen die Mutter)
Mutter: Und zur Belohnung werde ich in der Früh eine ganz große Torte backen.
Alle: Hurra!!
Ende

Im Reisebüro
Personen: (3)
Fräukein,
Herr,
Grammophon
Spieldauer: ca. 10 Minuten
Grammophon: Fahrn sie nicht zum Nordpol ... (Nachdem dieser Rat einige Zeit hindurch erteilt worden ist, klopft der Herr ungeduldig an das Fenster.)
Herr: He! Hallo!
Fräulein: (unwillig über die Störung) Ja?? Ja??
Herr: Stellen sie ihr verd - attertes Grammophon ab, man kann sich ja gar nicht verständigen!
Fräulein: Wie? Was wollen sie?
Herr: Sie sollen das Grammophon abstellen!
Fräulein: Was wollen sie bestellen?
Herr: Nichts bestellen - abstellen sollen Sie!
Fräulein: Entschuldigen sie - ich verstehe nichts, das Grammophon macht so einen Lärm! (sie stellt es ab)
Herr: Dem Himmel sei dank!
Fräulein: Und was wollten sie abbestellen?
Herr: Sagen Sie, warum lassen sie denn hier das Grammophon laufen?
Fräulein: Das ist Dienst am Kunden - unsere unverbindliche Reiseberatung.
Herr: "Fahren sie nicht zum Nordpol...!" - wollte schon einer eine Fahrkarte zum Nordpol bei Ihnen?
Fräulein: Nein - das ist eben der Erfolg dieser Beratung.
Herr: Auch eine Auffassung...
Fräulein: Aber ich bin hier im Dienst - ich kann mich mit Ihnen nicht über Schallplatten unterhalten - sie wollten etwas abbestellen?
Herr: Schlagen sie sich diese Idee aus dem Kopf - das haben sie nur falsch verstanden. Ich wollte mich über die Verbindungen von Marseille nach Graz erkundigen.
Fräulein: Ah, von Graz nach Marseille... EInen Moment...
Herr: Nein, von marseille nach Graz.
Fräulein: Von Marseille nach Graaaz? Da müßten sie doch eigentlich in Marseille fragen.
Herr: Erstens kann ich nicht französisch und zweitens ist mir das zu umständlich - da müßte ich doch erst hinfahren -, ich möchte die Verbindung von Marseille nach Graz wissen.
Fräulein: Selbstverständlich - Sie fahren von Graz -
Herr: Halt, halt - ich will aber nicht hinfahren -, ich möchte die Verbindung von Marseille nach Graz wissen.
Fräulein: Mit dem Flugzeug?
Herr: Wie kommen sie darauf?
Fräulein: Ich frage doch nur.
Herr: Nen, kein Flugzeug.
Fräulein: Das ist gut, es geht nämlich keins. Also wohl mit der Bahn.
Herr: Ja, mit der Bahn.
Fräulein: Über die Schweiz oder über Italien?
Herr: Von mir aus über die Türkei.
Fräulein: Das geht nicht.
Herr: Was heißt, geht nicht? Alles geht!
Fräulein: Aber nicht mit der Bahn - da müssen Sie zu Schiff reisen.
Herr: Bis Graz?
Fräulein: Nein, bis Istanbul.
Herr: Also, von mir aus.
Fräulein: Darüber kann ich ihnen aber leider keine Auskunft geben - ich habe den fahrplan dieser Linie nicht hier.
Herr: Dann reden sie doch nicht ständig von einem Schiff - dann also mit der Bahn.
Fräulein: Also über die Schweiz.
Herr: Wieso? Ist die Schweiz vielleicht ein Ersatz für die Türkei?
Fräulein: Nein - ich dachte. Sie wollten ---
Herr: Wollten? Wer wollte hier? Ich will überhaupt nichts als eine Verbindung von Marseille nach Graz. Sie schlagen die Schweiz vor.
Fräulein: Ja, ich dachte. Sie wollten - Pardon, sie würden lieber über die Schweiz fahren.
Herr: Wer? Ich? Ich will doch gar nicht fahren. Ich bekomme Besuch.
Fräulein: Ja, das hätten sie doch gleich sagen müssen ---
Herr: Müssen? Müssen? Was geht denn sie das an, wenn ich Besuch bekomme?
Fräulein: Nein, natürlich nichts, ich meine nur, das ist natürlich etwas anderes.
Herr: Etwas anderes? Na, nun werden sie nihct komisch, was, das kann ihnen doch ganz egalsein, wer auf ihrer Verbindung fährt - täglich fahren da warscheinlich einige tausend Leute, von denen sie nie etwas hören, nicht? Da kommt es doch auf einen mehr oder weniger nicht an.
Fräulein: Ich - (beherrscht sich und denkt: Lächle) selbstverständlich, Sie haben vollkommen recht.
Herr: Erstens wweiß ich das sowiso und zweitens ist mir damit nicht gedient, daß ich recht habe. Ich will die Verbindun Marseille - Graz.
Fräulein: Selbstverständlich -
Herr: Jetzt sagen sie schon wieder selbstverständlich - aber bei ihnen scheint sich gar nichts zu verstehen, am wenigsten von selbst. Wie ist also die verbindung Marseille - Graz?
Fräulein: Schlecht.
Herr: Wie bitte?
Fräulein: Schlecht, habe ich gesagt. Alle Verbindungen sind heutzutage schlecht, außer den Verbindungen, die man selber haben sollte.
Herr: Jetzt fangen sie auch noch zu philosophieren an? Ich wollte nicht ihr Urteil über die VErbindung Marseille - Graz hören, sondern -
Fräulein: Ich weiß, sie wollen die Verbindung selber. Aber die kann ich ihnen nicht sagen.
Herr: Die können sie mir nicht sagen? Wozu sind sie denn ein Reisebüro?
Fräulein: Erstens bin ich kein Reisebüro, sondern ich sitze in einem -
Herr: Na, das ist wohl das selbe.
Fräulein: Nein, das ist nicht das selbe - wenn sie in einem D-Zug sitzen, sind sie deshlab auch noch lange kein D-Zug.
Herr: Da haben Sie wieder recht - ein alter Mann ist kein D-Zug... Also, sie können mir die Verbindung nicht sagen?
Fräulein: Ich könnte schon, aber ich kann nicht.
Herr: Was soll das wieder heißen?
Fräulein: Ich kann nicht, weil sie mir keine Zeit lassen, die Verbindung herauszusuchen.
Herr: O Pardon ---
Fräulein: Natürlich: O Pardon! Das ist alles! Jetzt tun sie mir den einzigen Gefallen und benehmen sich einmal natürlich, verlangen sie eine Auskunft über eine Reise von Graz nach Marseille und zurück.
Herr: Gut - und wenn ich das tue?
Fräulein: (süß und flüssig) Dann kann ich Ihnen unsere Gesellschaftsreise mit Aufenthalt in Genua und Nizza bestens empfehlen, acht Tage, alles inklusive -
Herr: Halt, halt! Mein Besuch ist doch keine Gesellschaft - da sei Gott vor!
Fräulein: Ach so, das ist dann schwieriger. Aber verlangen sie doch Auskunft über eine Einzelreise nach Marseille, mit Hotelarrangement und Vorschlägen für Ausflüge - tun sie, als ob sie gleich die Fahrkarte lösen wollten -
Herr: Aber das will ich ja gar nicht
Fräulein: Das macht nichts, wir sind das so gewöhnt.
Herr: Aber ich brauche doch nur die Fahrt Marseille - Graz!
Fräulein: Die steht dann ohnehin auf dem Zettel.
Herr: Aber da haben sie doch mehr Arbeit damit.
Fräulein: Das macht nichts, in dieser Art bin ich's gewöhnt, das hab' ich ihnen odch schon gesagt.
Herr: So!
Fräulein: Und außerdem wird ihr Besuch doc hauch zurückfahren wollen - da können Sie gleich dir für die Hinfahrt hingeschriebenen Züge verwenden wie die von der Rückfahrt für die Herfahrt.
Herr: Wie? Ach so - ich begreife schon.
Fräulein: Sehen Sie!
Herr: Nein, sie irren sich trotzdem! Die Verbindgung für die Rückfahrt suche ich lieber selber heraus.
Fräulein: Aber er ist doch auch für sie viel bequemer, wenn sie gleich -
Herr: Moment, jetzt lassen sie mich wieder mal zu Wort kommen! Der Besuch ist nämlcih meine Schwiegermutter - sie wohnt in Marseille, hat sich aber leider in den Kopf gesetzt, uns in den Ferien zu besuchen. Daß sie ihre Rückfahrt auf dem schnellsten und sichersten Weg antritt, dafür sorge schon ich. Aber die Herfahrt, verstehn sie, da kann die Reiseroute nicht umständlich genug und die Verbindung nicht chlecht genug sein: und da erkundige ich mich lieber im Reisebüro!
Grammophon: Trompetensolo "Behüt dich Gott, es wär' zu schön gewesen" aus dem Trompeter von Sackingen von Neßler
Ende

Der Sieger
Personen: (9)
Erwin,
Karl,
Viktor,
Manfred,
Martha,
Agnes,
Brigitte,
ein Herr und eine Dame von der Berufsberatung
Spieldauer: ca. 15 Minuten
Szene: Wirtsstube. Links und rechts je ein Tisch mit Stühlen. Beiderseits der Stube sind Nebenzimmer gedacht. Am linken Tisch Viktor, am rechten Tisch Brigitte. Sie blättert in einer Zeitschrift
Viktor: Das haben wir jetzt davon.
Brigitte: Was?
Viktor: Wir sind zu früh da.
Brigitte: Wer zuerst da ist, kommt auch zuerst an die Reihe.
Viktor: Hast du eine Ahnung! Bei denen geht alles nach dem ABC.
Brigitte: Prost Mahlzeit! Da komme ich ziemlich am Ende.
Viktor: War überhaupt eine Schnapsidee, die Berufsberatung im Gasthaus zu machen.
Brigitte: Du weißt doch - unsere Klasse wird jetzt gebraucht. Da proben sie unsere Entlaßfeier. (deklamiert) Üb immer Treu und Redlichkeit!
Viktor: Ist überhaupt schon jemand da vom Arbeitsamt?
Brigitte: Ich denke doch. Die müssen doch erst noch ihre Akten sortieren. (Erwin und Karl kommen von rechts).
Erwin: Mahlzeit!
Karl: Servus!
Brigitte: Ah! Guten Tag, ihr Hübschen!
Karl: (setzt sich mit Erwin zu Viktor an den Tisch) Hübsch ist gar kein Ausdruck für uns, oder , Erwin?
Erwin: Was ist los? Läuft der Laden?
Viktor: Ach wo!
Erwin: Die sollen ein bißchen dalli machen, Ich hab meine Zeit nicht gestohlen!
Brigitte: Nicht so stürmisch, junger Mann! Hast du Angst, es ist kein Beruf mehr übrig für dich?
Erwin: Blödsinn! Was brauche ich überhaupt eine Berufsberatung!
Viktor: Eben, was braucht der eine Berufsberatung, wo er den dicken Hof des Vaters erbt!
Brigitte: Was! Denk doch nicht daran! Der wird im Leben kein Bauer!
Erwin: Was denn sonst?
Brigitte: Diplom-Playboy! (Manfred, Martha und Agnes von rechts)
Martha: Hallo Jungs! Na, wie stehen die Aktien? Habt ihr schon einige Jobs verpasst gekriegt? (Sie setzt sich mit Agnes zu Brigitte, Manfred und den Jungen)
Manfred: Also, ich sehe schwarz
Karl: Wieso? Mensch, jetzt sind wir endlich soweit! Jetzt werden wir auch die Moneten abstauben, die auf der Straße liegen. Und frag nicht wie!
Martha: Sicher! Wenn ich nur schon entdeckt bin! Was meint ihr, was ich dann schon an einer Schallplattenfirma verdiene! Und wenn ich dann einmal Schallplattenstar bin, kommt ihr mich alle besuchen.
Viktor: Ich versteh immer nur Schallplattenstar! Du gehst besser als Verkäuferin in eine Obsthandlung.
Martha: Verkäuferin? Obsthandlung?
Viktor: Klar! Mit den Mandeln im Hals und den Rosinen im Kopf!
Manfred: Nein, wißt ihr, ich seh da gar nicht so rosig. Überlegt doch mal! Ein ganzes Jahr lang waren wir in der Schule die großen, die Obersten. Aber da, wo wir jetzt hinkommen, da sind wir Anfänger, das Allerletzte.
Karl: Scheint mir auch so. An uns putzt sich dann jeder die Füße ab. Karl, feg den Dreck zusammen! Karl, spitz die Bleistifte! Karl, Bier holen! Karl hier, Karl hinten, Karl vorn!
Martha: Na also! Da bist du doch gleich der wichtigste Mann im Betrieb!
Brigitte: Wißt ihr überhaupt, was ihr wollt?
Viktor: Ich werde Automechaniker.
Erwin: Ist doch überlaufen!
Viktor: Das war einmal! Mach du heute eine anständige und zuverlässige Wageninspektion, und du kannst dich vor Kundschaft nicht mehr retten!
Brigitte: Und du, Karl?
Karl: Ich geh in die Konfektion. Da sollt ihr mich sehn! Was darf's sein, gnädige Frau?
Erwin: Die gnädige Frau wird sagen: Geh zu Mami, Kleiner, und lass dein Näßchen putzen!
Karl: Ach, sei du still, du Kuhstalldirektor!
Erwin: (drohend) Du hast wohl schon lange dein eigenes Geschrei nicht mehr gehört! Paß auf, sonst ....
Karl: Na ja, ein Verkäufer ist auch ein Mensch.
Agnes: Was willst du denn werden, Manfred?
Manfred: Ich - ich weiß es noch nicht.
Brigitte: Na, dann wird es aber bald Zeit!
Viktor: Was d
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